| Abstand – wohl der größte Gewinn, den du dir erschließen kannst aus dem Entzug des Zugriffs auf die Möglichkeit, Texte zu veröffentlichen auf dieser Plattform keinVerlag. Am Tag eins nach der Sperre ist die Mail an den Webmaster raus, die Einsicht, dass auch der ein Mensch ist und das auch bleiben darf, ist nicht neu. Revue passieren lassen, was genau da eigentlich abging und welcher Gaul mit dir selbst durch: Alles im grünen Bereich, kann man aufrechten Hauptes abnicken, passt. Kein Bedauern. Auch nicht, was die Verfügbarkeit angeht. Deren größter Nachteil: Man kann noch lesen, was an Texten veröffentlicht wird: Rosinenbrot. Die vollmundige Selbstbeschreibung des Forums verkündet es jedenfalls. Die Fliegen darin sind den Rosinen wie immer zahlenmäßig voraus. Ich schmunzle. Da hatten sie eine Woche Gelegenheit, von meiner sie behelligenden virtuellen Präsenz befreit, anspruchsvolle Texte einzustellen, und, ergriffen sie diese Gelegenheit beim Schopf? Nein. Gelegentlich ein lesenswerter Text. Im Nichtschwimmerbecken jedoch die üblichen Arschbomben. Ob sie jetzt, da der Spiegel ihrer bösen Stiefmutter schweigt, bemerken, dass sie sich schon eine geraume Weile darin zu übertreffen suchen, den dämlichsten Texten des Forums ebenbürtige Texte zu verfassen? Es sieht nicht danach aus. Von den sich in geradliniger Pose liebenden Schandmäulern dieselben Schmierenkomödien. Sie feiern ihre bescheidenen, durchtriebenen Hinterforzigkeiten ab und klopfen sich anerkennend auf die Schulter. Dabei zittern sie, dass ihre Absichten unerkannt bleiben, versichern einander daher, Stippeföttche, dass man schon weiß, wer gemeint ist. Das Hinterteil zeigen. Eine nicht nur im Tierreich verbreitete Geste der Unterwerfung, böse Kräfte und Dämonen zu besänftigen. Was da wohl zerrieben wird? Die eigene charakterliche Kurzsichtigkeit, denn vorne will kaum einer der Protagonisten wahrhaben, welche Werte ihm hinten jedem Unbedarften offen sichtlich am Arsch vorbeigehen. Ich warte ein paar Tage länger, als die Sperre währt, dass die paar wenigen, die ihre Ergüsse an meiner virtuellen Präsenz auf keinVerlag festmachen, sich eines Besseren besinnen, also dessen, was sie zu sein sich vergewissern in Endlosschleife. Dass davon etwas literarisch aussickert. Fehlanzeige. Im Gegenteil: Gerade so, als wäre ihren schwachbrüstigen Phantasien die wesentliche Stütze abhandengekommen, drängen sie sich Halt suchend um den letzten phallischen Text des Forums. Offenbaren ihr intellektuelles Potential, abstrakte Begriffe wie Menstruationslyrik mit Geist anfüllen zu können statt mit Phrasen und kindischem Purzelgebaum. Reihenweise gehen sie dabei in die Knie. Bleiben stecken in postanaler frühpubertärer Lyrik. Albern rum. Sagte der Schmied: Auch gut. Wenns sie glücklich macht ... Abstand, der größte Gewinn. Mit Abstand zum Geschehen gewinnt man Übersicht. Gibt es auch jemanden, der noch eine Rechnung offen habe könnte mit dir und sich jetzt zurückhält? Ja, es gibt jemanden. Mehr als einen. Bedauerlich, dass auch die schweigen, für die man Partei ergriff, versuchte irgendwer sie vorzuführen oder ihnen intrigante Unwahrheiten unterzuschieben. Sie werden sich halt fürchten, selbst zur Zielscheibe revanchistischen Bashings zu geraten. Auch gut, meinte der Schmied. Betrachtet das entweder versonnen (oder unschlüssig oder peinlich berührt - weiß man ja nie genau) von der Spitze des Pavianfelsens auf die kreischende Hektik am Wassergraben spähender Alphamännchen. So ein Besuch im Kölner Zoo ist … mit Abstand … das Beste, was man unternehmen kann, wenn man Abstand gewinnen will, Abstand auch von der eigenen Disharmonie, die in vergleichbarem Maß, mit dem du dich auf literarisch intendierte und charakterlich demaskierende Missklänge keinVerlags einlässt, von dir selbst und der eigenen Sicht auf die Dinge Besitz ergreift. Du erkennst, dass du dich gefangensetzen ließest von ein paar Hanswürsten und deren Treiben, das dich eigentlich anwidert. Du erkennst, dass du kein Spiegel bist, kein Spiegel sein kannst. Weil du, reflektierst du ihre Dumpfheit und deren bösartige Auswüchse, dich veränderst, zum Schlechten. Du magst dich nicht. Warum nur immer wider dieselben Windmühlen? Letztendlich hast du dann im Rücken, was die antreibt. Und von genau dort agieren sie, weil sie sich fürchten, anders als hintenrum zu kommen. So ist doch eigentlich nichts weltbewegend Schlimmes daran, dass sich literarisch Unbedarfte an überkommenen Mustern orientieren, die ihnen Orientierung bieten und Sicherheit. Die Sicherheit, und solche Bestätigung brauchen sie, zumindest von einer Handvoll Gleichgesinnter angenommen und in ihren Augen ein Dichter von Wert zu sein. Was soll schlimm sein daran, die eigenen Störungen in liebevoll phrasierten Wortpäckchen zu entsorgen und dafür verständnisvolle, bestätigende Streicheleinheiten zu empfangen? So ist es rührend, wie sie einander stützen, helfen und aufbauen. Den frischen Streusel Schnittlauch loben, der die aufgewärmte Dose Latein würzt. Oder ein nett aufbereitet stinkendes Häufchen Lüge. Und die, die den HiFi-Stereotypen ihre hilfreiche Hand reichen zum High-Five oder auf den Rücken eines virtuellen trojanischen Pegasus‘, sind sie nicht die wahren Samariter deutscher Klitoradtourforen? Wahrscheinlich. All ihr seiner Agens enthobenes pädalogisches Geschick sublimieren sie in lobenswert aufopferungsvoller Hilfestellung am literarischen Reck. So leistet ein Forum wie keinVerlag sich eine kleine Sub-Community, die sich eigentlich herzlich wenig von so etwas wie der Idee einer Entwicklung des Schreibens der User KVs aufhalten lässt, sondern sich unmittelbar daran begibt, ihre Mitglieder als gute Menschen dastehen zu lassen. Überzeugend, zumindest im kleinen Kreis, wie man liest. Und, wie gesagt: unter Anderem, unter Anderen! Unter. Unter aller, aller und sich selbst Sau jagen sie einander sowie ihre fixen Ideen durchs Dorf. Spektakel. Daily Soap. Doch das eigentlich Wesentliche, das man im Kölner Zoo und vor dem Pavianfelsen verharrend erfährt und dass das Besondere am Abstand ist, den man gewinnt, wenn man gesperrt ist, ist, dass man den Pavianfelsen darin als Teil sieht und erkennt, dass dessen quirliges, selbstverliebtes Drehen um sich selbst und die Menschen auf der anderen Seite des Wassergrabens für das eigene Schreiben irrelevant sein sollte und dass es mit bereits einer halben Drehung dem Zoo und dem Ganzen zu an Bedeutung verliert. Bereits vor meiner Sperrung aufgrund einer ebenso empörten wie aufrichtig gemeinten Schmähung des meiner Ansicht pietätlosen Verhaltens eines Nutzers KeinVerlags und dessen geradliniger Dekompensation darob hatte ich damit begonnen, die Texte bestimmter Autoren nicht mehr zu lesen. Weil sie nichts Neues brachten. Weil sie sich in den immer gleichen Mustern verstrickten. Weil sie entweder Kassiber von Insidern für Insider darstellten oder sich in profanem Ringelpietz mit Anfassen verloren. Weil Kritik an ihren Texten verschwendet ist. Die zu ignorieren: Eine wirklich entspannende Übung in Selbstdisziplin. Weitere Texte auf KV zu veröffentlichen nehme ich mit dem Vorsatz auf, dies fortzusetzen und mich vom Pavianfelsen weg der Suche nach den Antilopen des Zoos zuzuwenden, der Suche nach dem Sphüngs, den ich aus den Augen verlor und der sicherlich nicht im Zoo zuhause ist. Sagte der Schmied: Auch gut. Essay zum Thema Eigene Welt Ludwig Janssen © 17.1.2013 |
Lyrische Prosa, lyrische Klangwelten, Slamtexte, Piktolyrik, Lyrik - das Wort, Sphüngs, Zirkelschneck und andere freischwurbelnde Absonderlichkeiten, grenz-
und kopfüber ...
Montag, 23. März 2026
Gesperrt. Auch gut, sagte der Schmied im Kölner Zoo.
Mittwoch, 7. Juni 2023
Das Wehrlose einer Kritik
Montag, 6. März 2023
Die Hühner unter den Texten
Ich schicke meine Texte nicht mit dem Ziel los, einen Leser davon zu überzeugen, sie zu lesen. Sie sind wie Vögel, die man aus der Hand lässt. Mit jedem Leser kommen sie ein Stück weiter. Man hat nicht mehr in der Hand, was mit ihnen geschieht. Nur ein kurzes Stück ihres weiteren Wegs sieht man sie noch, weiß, was sie treiben - außer bei den Hühnern unter ihnen. Die Hühner weiß man um sich, verliert sie nicht aus den Augen. Die Hühner bleiben. Ihnen ist zu Eigen, dass sie ein überschaubares Innenleben haben, eines, das man selbst nicht frei, nicht aus der Hand ließ oder aus den Augen verlor. Warum? Die Antwort ist so leicht zu finden wie ein Huhn zu fangen einfach ist. Es wird eine Handvoll Gründe geben, was einen Text zum Huhn macht. Wer darüber nachdenkt, welche in Frage kämen, wird die Hühner unter den eigenen Texten erkennen. Vielleicht auch die eine oder andere Schwalbe, die mit gestutzten Flügeln zwischen ihnen umherirrt. Hat man die Hühner unter den eigenen Texten erkannt - wird sich etwas ändern, am Schreiben, werden Texte geändert, werden Hühner befreit werden … wird, auch zu beobachten, lediglich die Haltungsform eine andere? So weit zu den Hühnern unter den eigenen Texten. Nicht jeden, den ich als Huhn ausmachte, wünsche ich fern und mit den Schwalben fliegen. Müßig, dem weiter nachzusinnen. |
Mittwoch, 5. Oktober 2022
Der Deudre
Der Deudre (Deutscher Dreizeiler) ist ein eigenartiger Kauz. Er greift die Inspiration, die die fernöstliche Kurzlyrik in Form des Haiku, Senryu und seiner Anverwandschaft in den Kulturkreis seiner Anhänger weht, auf und setzt sie im Rahmen der jahrhundertelang gewachsenen Tradition und Kultur des Lebensraumes Deutschland um.
Nun ist das Deu des Deudre kein nationales, ausgrenzendes, sondern ein
umschreibendes, auf die Sprache Deutsch in ihrer Vielfältigkeit und Geschichte bezogenes.
Der Deudre hängt der Internationalen nach und strebt beständig nach
Verbrüderung mit anderen Sprachen.
Somit verbindet er selbstbewussten bayerischen Liberalismus mit dem
„jönnekönne“ des Rheinländers, dem preußischen Hang zur Disziplin und
norddeutsche Schweigsamkeit.
Man darf ihn auch gerne „die“ oder „das“ nennen und ein Plural-„s“ anhängen,
weil dies auch den LKW so geschieht im Land der Dichter und Denker.
Dem Land der Dichter und Denker fühlt sich der Deudre insofern verpflichtet,
dass er möglichst beide Elemente in sich vereinigt. So darf er auch über
genügend Dichte verfügen, die zum Denken anregt, sofern er genügend durchdacht
ist, Gedachtes und Beobachtetes zu verdichten.
Die Regeln des Deudre:
- Ein
Deudre sollte sich auf drei Zeilen beschränken und eine Silbenzahl von 17
nicht überschreiten. Das Schema 5-7-5 gilt als Anhaltspunkt. Soweit der
fernöstliche Einfluss und die Tradition.
- Die
Silbenzahl 17 und somit die freiwillige Beschränkung des Deudre-Anhängers
zur Komprimierung einer Beobachtung, eines Gedankens, ist eine
Höchstgrenze, die den Deudre vom „freien Dreizeiler“ unterscheidet (soweit
zu Preußen).
Entsprechend dem Können des Verfassers und der Verständlichkeit der Aussage darf, ja sollte die Silbenanzahl unterschritten werden, wenn dies möglich ist.
Das norddeutsche moin-moin als großer Wurf des Norddeutschen aus der Einsilbigkeit ist hier ein willkommener Anlauf in die Quasselei und bedarf nur einer winzigen ausschweifenden dritten Zeile, z.B. „du“, ebenso wie das vergleichbar geschwätzige Tri tra trullala problemlos auf drei Zeilen zu brechen ist und zum nächsten Punkt führt:
- Ein
Deudre darf durchs Gedichticht metaphern, dass es nur so schplatattert, von Innerwelten erzählen, resümieren und
kommentieren, soviel er mag und wie es (seiner Kürze) zumutbar ist. Ebenso
dürfen sich in ihm Heukühe, Supermännchen und andere Spaßvögel tummeln,
ohne dass es einer weiteren Kategorisierung bedarf. Wortwiederholungen,
die als Stilmittel eingesetzt werden, sind willkommen ebenso wie Über- und
Unterschriften. (Soweit zum Rheinland und zu Bayern)
- Der
Deudre (er kann auch eine „sie“ sein) braucht sich von nichts und niemand
was sagen zu lassen, solange er was (aus) zu sagen hat. Aber er darf. (Soweit
zu Bayern)
- Der
Deudre kennt keine Meister. Seine Anhänger sind auf Wanderschaft. Doch
erkennt er Freunde. Mit seinem großen Herzen nimmt er all jene „Ruinen“
auf, die von Meistern und Büchern aus Haikuland oder Senryunien vertrieben
wurden und gibt ihnen eine liberale Heimat, sofern Punkt 4 einigermaßen
erfüllt ist.
Ebenso schämt er sich seiner nicht. Zwischen Haiku und Senryu gestellt, lächelt er die Meister fremder Gedichtarten an, weiß er doch um seine Heimat. Netterweise sollte er sich ein Ruinencape umhängen.
- Besonders
gern mag es der Deudre im Sinne der Verbrüderung bzw. Verschwesterung,
wenn seine Aussage bzw. seine letzte Zeile von einem anderen Deudre
aufgegriffen, fortgesetzt und/oder kommentiert wird. Dies ist dann eine so
genannte „Polonaise d’eudre“.
Ebenso liebt er es, sich zu spiegeln, zu trichtern oder dreischichtig daherzukommen. Extremsportarten wie das XLdeudring 10/14/10 stehen offen, sind aber auch ein Hinterausgang in den freien Dreizeiler.
- Das
Anhängen weiterer Zeilen sollte der Bekömmlichkeit des Deudre zuträglich
sein.
So öffnet er sich auch den Geschwistern Tanka und dem Rengha, indem er sie freundlich an seinen gastfreundlichen Tisch bittet und zusätzliche 14 Silben in zwei Zeilen aufdeckt.
Ebenso behält der Deudre sich vor, auf eine dritte Zeile zu verzichten.
Denn warum sollte man einen Norddeutschen durch irgendwelche Regeln dazu nötigen, gegen seine innere Natur zu handeln?
Dienstag, 12. November 2019
ET - und: Das Gesicht verlieren
Freitag, 12. Mai 2017
Joutsen!
Doch dann würden zumindest längere Unterhaltungen zu Recht die besorgten Blicke meiner Umgebung auf sich ziehen.
Nach wem sollten sie rufen, wenn nicht nach ihren Gefährten, Suche, Zuspruch, Bestätigung. Und Geschichten werden sie sich erzählen, die finnischen Schwäne, dass die Nacht nicht so schwarz, der Weg nicht so weit und die Luft nicht so kalt scheint. Vielleicht erzählen sie sich von Mauri Kunnas und dem Korvatunturi.
„Joulupukki“, so der finnische Originaltitel, hielt als „Wo der Weihnachtsmann wohnt“ alle Jahre wieder mit Beginn der Adventszeit, Einzug auf das Kuschelsofa meiner Kinder und mir - mit seinen detailreichen, liebevoll gezeichneten Wichteln und dem süßen Haferbrei von Frau Weihnachtsmann. Versetzte unser abendliches Wohnzimmer mitsamt seiner drei Passagiere auf einen unbekannten Inselberg in den hohen Norden Lapplands, mitten in das Dorf des Weihnachtsmanns. Korvatunturi heißt dieser märchenhafte Ort, der meinen Kindern große, staunende Augen und offene Münder bescherte. Der sie empfänglich machte für den Zauber der Weihnachtszeit, wenn Papa Zeit hatte, das Teelicht auf dem Tisch Licht und Schatten in den Raum flackerte und der Duft von süßem Haferbrei erfüllte den Raum. Ja, der süße Haferbrei von Frau Weihnachtsmann, den sie den Wichteln zum Frühstück zubereitet – von uns Wichtelbrei genannt und während der allabendlichen Vorlesestunde zelebriert wie in unserer Phantasie andernorts Teezeremonie oder andere exotische Rituale. Ein kleines, nur in der Phantasie existierendes Dorf am Korvatunturi, in internetloser Zeit ein Punkt im roten Autoatlas an der finnisch-russischen Grenze, kopiert und ins Buch geklebt, wurde für uns drei damals wie heute das wärmste, zauberhafteste Stückchen Finnland überhaupt. Gerade eben antwortet mein Sohn, über die Schulter gefragt, was ihm spontan zu Finnland einfalle, mit der Reihe Mika Häkkinen, Nokia (da ist er sich nicht sicher), dem blauen Kreuz auf weißem Grund und dass die Sprache seltsam klingt. Schließlich ist er inzwischen zweiundzwanzig. Auf die Frage, wo der Weihnachtsmann wohnt, antwortet er jedoch, wie aus der Pistole geschossen: Korvatunturi, irgendwo in Lappland, ein Berg… Na, wer sagt’s denn, Mauri Kunnas!
Schließlich stelle ich mir Finnland als ein Land mit einer stillen, unauslöschlichen Grenze vor, einer Grenze, die weniger Demarkationslinie ist als der fein gewebte Übergang von einer Wirklichkeit in die andere, vom gewohnten Wechsel der Tageszeiten hin zur langen Polarnacht und ihrem ebenso langatmigen Bruder. Oder sind die beiden gar nicht Geschwister, sondern ein altes Ehepaar?
Ich frage mich, ob diese transluzente Grenze um den Nördlichen Polarkreis die Menschen im Norden Finnlands von denen des Südens unterscheidet. Schließlich werden unser Denken und Fühlen, unser Realitätsbegriff und unser Sehnen durch die Wirklichkeit um uns geprägt. Und schon bin ich wieder bei den Schwänen. Sicherlich sind es Singschwäne. Wer immer entschied, dass sie den finnischen Euro zieren sollen, er wählte gefiederte, ausdauernde Boten aus, die beständig und ohne Hast zwischen diesen Welten pendeln, Wandel wie Beständigkeit zugleich im Sommer an den finnischen und im Winter auch an den deutschen Himmel zeichnen.
Allein der Schlag ihrer Schwingen lässt aufhorchen, schneidet die Luft zu Klangraum. Ob ich ein wenig finnische Seele spüre, wenn ein Schwanenpaar über mich hinweg pfeift? Treue? Gleiten und Watscheln – zwei Seelen in einer Brust, vollkommen nur in den beiden Elementen Wasser und Luft, die anderen mit Beschwernis und Herdfeuer aufwartend? Zwei Seelen in einer Brust, das wird eng, das seufzt, da sehnt sich immer eine von beiden nach Raum und Heimat. Die Finnen sollen schwermütig sein? Was wundert es bei einem Volk, das sich in fliegenden Singschwänen über einer Seenlandschaft wiedererkennt …
Dienstag, 18. April 2017
Über etwas, das mich traurig stimmt
Man importierte also die japanischen Marienkäfer und setzte sie, so meine ich mich zu erinnern, zuerst in Frankreich ein, Obstplantagen. Und ZACK! Waren die unterwegs, fraßen und fraßen und fraßen und vermehrten sich wie d'Sau …
Und weil ich halt traurig bin darüber, schon das dritte Jahr, schließe ich damit, dass das mit dem Glück Bringen wohl auch ein Ding ist, das von irgendwelchen Harlekins gefressen wurde und immer wieder gefressen werden wird, im Larvenstadium. Wohl ebenso wie das mit dem Abwägen der Nachhaltigkeit eigentlich sinnvollen Handelns.
Samstag, 15. April 2017
Solche Orte
Freitag, 6. Januar 2017
Über weiße Elefanten im Porzellan
Dienstag, 18. Oktober 2016
Strings im Sinn und das Wahrnehmen
Donnerstag, 8. Mai 2014
Der Kniff im Sofakissen, der Gummibaum, der röhrende Hirsch - Verinfizierung II.
Denn die Erläuterung zum goldenen, an Anti-Viren-Software erinnernden His-Masters-Trust-Schildchen ist, in Bezug auf Seriosität entlarvend konterkarierend, mit der Drohung versehen, dass bei ungebührlichem Betragen der Entzug dieses Siegels in den bislang geltenden Sanktionskatalog aufgenommen ist. Mit (dem Webmaster nach – und hierin wird sich die Flut zukünftiger Rufe nach seinem Schiedsspruch festmachen) ungebührlichem Betragen in Diskussionen wird also (entschieden durch den Webmaster) die einmal erfolgte Bescheinigung jener Übereinstimmung der Anmeldungsdaten entzogen? Ha … ha … ha. Wie in der Vergangenheit werden die dessen Geübten danach trachten, den Webmaster über (eigene und inszenierte) Beschwerdemails in die Dekompensation zu trietzen. Was mit Erfolg beschieden ist, sobald auch die andere Seite sich, demontierenden Diffamierungskampagnen erlegen, Hilfe suchend an den Webmaster wendet.
Las man früher als Replik auf eine Textkritik, die man, Leser besagten Textes, im Anschluss ans eigene Lesen verfasst hatte, solch mäßig intelligent aufgeschäumte Formulierungen wie die, dass man das dem Urteil seiner Leser anheimstelle, und nicht mehr, wird man zukünftig sicherlich zu lesen bekommen, dass man das dem Urteil der zertifizierten Leser anheimstelle und die Frage, Franz-Josef Strauß ruhe in Frieden, ob man denn überhaupt zertifiziert sei.
Dass eine gute Idee und eine gute Zigarre gemein haben, dass sie, einmal entzündet, aufbrennen und ihr Genuss gegen Ende zu wünschen übrig lässt.
Sonntag, 4. Mai 2014
Verinfizierung
Also nichts Neues, neu ist lediglich, dass dort zukünftig ausgewiesen werden soll, nämlich, dass anhand noch festzulegender Kriterien und nach Gusto des Eigentümers bestätigt wird, dass der Webmaster … Ja, was denn? Dass er weiß, wie Realname und Anschrift von Hasi234 lauten?
Sonntag, 9. März 2014
Zum Eigenleben literarischer Gestalten und virtueller Präsenzen am Beispiel der virtuellen Präsenz Korbinian Karth
Dienstag, 28. Januar 2014
Watzlawick und die Amsel
Nicht real, ich erinnere. Wieder und wieder wider das Glas der Fensterscheibe.
… nicht nicht …
Wider ihr Spiegelbild, also wider ein Lichtspiel aus reflektierten Photonen flattert sie, hinein in dessen Brechen und Wirbeln. Das Glas höre ich beben mit jedem Aufprall, sehe es erzittern im Schwingen der mich erreichenden Reflexionen. Auch, dass ich die Amsel sehe – Spiegelung. Die Fensterscheibe, durchsichtig blindes Abwärtsgleiten von Siliciumdioxid, spiegelt wiederum dem Amselhahn vor ihr einen Amselhahn, was sonst. Weil sie da ist, nicht anders kann, sinnenlos, wie sie ist. Schwarze Amsel, schwarzes Licht? Schwarz sehen, das ist sehen, dass Licht nicht zurückgeworfen wird, nicht erwidert.
… nicht nicht …
Die Amsel ist, nein, sie scheint, nein, sie erscheint schwarz. Das nicht reflektierte, sondern von ihrem Federkleid aufgenommene Licht gelangt nicht in mein Sehen, doch ihr, der Amsel, erscheint es über sein Fehlen im üppig reflektierten Ringsum ihres Wahr-Nehmens aus der Oberfläche träge abwärts gleitenden Siliciumdioxids als Spiegelbild ihrer selbst. Gegen das flattert sie an, wieder und wieder, wider ihren vermeintlichen Widerpart, der nicht mehr ist als ihr eigenes Spiegelbild in der Reflexion eines ungerührten Gegenübers – und doch: ihr Wider.
Photonenwirbel.
… nicht Lüge, nicht Wahrheit …
Ich nenne sie Paul.