Posts mit dem Label gelesen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label gelesen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 26. April 2023

... atme ich dann wieder ein

Ich hab in mir aus Dunkelstunden einen Platz gefunden, wo mein Leiden bleiben kann und Stein sein, einfach sein kann und doch eigentlich, ja, nur noch ein wenig Weh nach Heim ist darin in meinem Sinn, das Weg lässt mit viel Ferne

Wo es singen darf und treiben mit dem Staub, Flug

Zeug, dem Verlieren, das klingen kann mit Sternen

während wir uns, von was auch immer

immer und wieder einander entfernen

dann atme ich das alles aus: Es sei


Ein Nest dem Erinnern, das warten kann

vom Morgen borgen, ein Haus mit unbekannten
hellen Zimmern und einem Ort für Stille und
das Ungesagte wird dem Schweigen zu eigen

Wort für ein gelebtes, hochbetagtes Lieben

Gerade so, als wären wir beide uns geblieben ...




Ludwig Janssen © 25.4.2023


Dienstag, 18. November 2014

Vertont: Wenn die Liebe ...




Akustischer Beifang: Prinzessin Pinziminzi, die sich nicht nehmen ließ, vom Schreibtisch her ihr Schnurren beizutragen und ab und an - ein bedeutungsvolles Blinzeln ... :)

Link zum Gedicht:
http://springvogel.blogspot.de/2013/09/wenn-die-liebe.html

Samstag, 18. Januar 2014

Gelesen: Liebend Lied (Dementen)




Link zum Gedicht auf Springvogel

"Liebend Lied" schrieb ich in bewusst gewählter enger Anlehnung an "Liebes Lied" von Rilke. Anders als in jenem wundervollen Liebesgedicht geht es hier nicht darum, sich zurückzunehmen, um das geliebte Gegenüber sich entfalten lassen zu können, sondern es geht mir um die Darstellung der Frage: Wie dem versunkenen Ich des dementen Gegenüber Halt, Sicherheit und Orientierung vermitteln, es zu erreichen und dennoch zugleich sich zu entfalten es ermuntern?
Daher möchte ich dich Leser, dich Zuhörer in beide Gedichte hineinführen, in den Vergleich. Einen Vergleich, der sich in deinem Lesen, Erleben und Erkennen finden und vielleicht sogar erfüllen wird.

Freitag, 15. November 2013

Menschen am Meer



Menschen stehen gerne am Meer oder sitzen
in Zimmern und denken sichs her und das Meer
brandet und landet und schweigt an ihnen
sich an, wiegt und schmiegt sich, das Licht

bricht funkelnd. Als ob ihr verborgener Schoß
nach ihnen und sie zu sich riefe, schreiben sie
groß zu ihm - und aus ihm heraus sich: Tiefe
ihr Dunkel, die Unberührte, das Anverwandte

Ich weiß sie stehen, mich unter ihnen, und das
Wort brandet und landet und schweigt sich an
Unvorstellbar große Menge Wassers und wie das
sich wölbt mit den Wolken und zieht sich unter

den Füßen tief ins Land hinein und Kometen
schlugen ein zu ihrer Zeit, will man meinen, in
den brodelnden Planeten, ich spüre es regnen, die
Tropfen klopfen Sekunden zu Stunden darin

geht mein Sinn mit den Flüssen und deinen Küssen
nach, wie die Tiefe des Meeres so fern und so dunkel
das Meer bleibt weitgehend unbekannt und dem Land
Rand zu sein Unbekanntem, Erscheinen, will meinen

Heut ist ein schöner Tag am Meer.

Ludwig Janssen © 15.11.2013