Das scheue Lyrich duckt sich
metrisch in das Gedichticht
Stil schwankt ein Rohr
im Winde der Eloquenz
Ein Ichdu auf der Jagd!
Metaphern rauschen
im Lyrwana das Elysium
Inspiration lauscht Schweigen
dichter Reigen prasselt
Ein Ichdu auf der Jagd!
Ellipsen knabbern
aus Sätzen sabbern
wehrlosen Elfen
schleimende Reime
Ein Ichdu auf der Jagd!
Verse brechen in wilder Flucht
durchs untere Bewusstsein
ein Elegeion pentametert
das Distichon hexat und zetert
Ein Ichdu auf der Jagd!
Silbenglanz der Weiher
darin der Mondschwein
ein Silbler, wie gewohnt
schweigt und geigt
Ein Ichdu auf der Jagd!
Das scheue Lyrich im Rhyth
mischen leise Sichtwaisen
elegisch sein Sprung ins Lied
entsprungen auch Lyrdu sieht
prosaistischen Ichdu sich trollen
Lyrische Prosa, lyrische Klangwelten, Slamtexte, Piktolyrik, Lyrik - das Wort, Sphüngs, Zirkelschneck und andere freischwurbelnde Absonderlichkeiten, grenz-
und kopfüber ...
Montag, 1. Januar 2024
Tumult im Lyrwana
Sonntag, 10. Dezember 2023
Mittwoch, 5. Oktober 2022
Der Deudre
Der Deudre (Deutscher Dreizeiler) ist ein eigenartiger Kauz. Er greift die Inspiration, die die fernöstliche Kurzlyrik in Form des Haiku, Senryu und seiner Anverwandschaft in den Kulturkreis seiner Anhänger weht, auf und setzt sie im Rahmen der jahrhundertelang gewachsenen Tradition und Kultur des Lebensraumes Deutschland um.
Nun ist das Deu des Deudre kein nationales, ausgrenzendes, sondern ein
umschreibendes, auf die Sprache Deutsch in ihrer Vielfältigkeit und Geschichte bezogenes.
Der Deudre hängt der Internationalen nach und strebt beständig nach
Verbrüderung mit anderen Sprachen.
Somit verbindet er selbstbewussten bayerischen Liberalismus mit dem
„jönnekönne“ des Rheinländers, dem preußischen Hang zur Disziplin und
norddeutsche Schweigsamkeit.
Man darf ihn auch gerne „die“ oder „das“ nennen und ein Plural-„s“ anhängen,
weil dies auch den LKW so geschieht im Land der Dichter und Denker.
Dem Land der Dichter und Denker fühlt sich der Deudre insofern verpflichtet,
dass er möglichst beide Elemente in sich vereinigt. So darf er auch über
genügend Dichte verfügen, die zum Denken anregt, sofern er genügend durchdacht
ist, Gedachtes und Beobachtetes zu verdichten.
Die Regeln des Deudre:
- Ein
Deudre sollte sich auf drei Zeilen beschränken und eine Silbenzahl von 17
nicht überschreiten. Das Schema 5-7-5 gilt als Anhaltspunkt. Soweit der
fernöstliche Einfluss und die Tradition.
- Die
Silbenzahl 17 und somit die freiwillige Beschränkung des Deudre-Anhängers
zur Komprimierung einer Beobachtung, eines Gedankens, ist eine
Höchstgrenze, die den Deudre vom „freien Dreizeiler“ unterscheidet (soweit
zu Preußen).
Entsprechend dem Können des Verfassers und der Verständlichkeit der Aussage darf, ja sollte die Silbenanzahl unterschritten werden, wenn dies möglich ist.
Das norddeutsche moin-moin als großer Wurf des Norddeutschen aus der Einsilbigkeit ist hier ein willkommener Anlauf in die Quasselei und bedarf nur einer winzigen ausschweifenden dritten Zeile, z.B. „du“, ebenso wie das vergleichbar geschwätzige Tri tra trullala problemlos auf drei Zeilen zu brechen ist und zum nächsten Punkt führt:
- Ein
Deudre darf durchs Gedichticht metaphern, dass es nur so schplatattert, von Innerwelten erzählen, resümieren und
kommentieren, soviel er mag und wie es (seiner Kürze) zumutbar ist. Ebenso
dürfen sich in ihm Heukühe, Supermännchen und andere Spaßvögel tummeln,
ohne dass es einer weiteren Kategorisierung bedarf. Wortwiederholungen,
die als Stilmittel eingesetzt werden, sind willkommen ebenso wie Über- und
Unterschriften. (Soweit zum Rheinland und zu Bayern)
- Der
Deudre (er kann auch eine „sie“ sein) braucht sich von nichts und niemand
was sagen zu lassen, solange er was (aus) zu sagen hat. Aber er darf. (Soweit
zu Bayern)
- Der
Deudre kennt keine Meister. Seine Anhänger sind auf Wanderschaft. Doch
erkennt er Freunde. Mit seinem großen Herzen nimmt er all jene „Ruinen“
auf, die von Meistern und Büchern aus Haikuland oder Senryunien vertrieben
wurden und gibt ihnen eine liberale Heimat, sofern Punkt 4 einigermaßen
erfüllt ist.
Ebenso schämt er sich seiner nicht. Zwischen Haiku und Senryu gestellt, lächelt er die Meister fremder Gedichtarten an, weiß er doch um seine Heimat. Netterweise sollte er sich ein Ruinencape umhängen.
- Besonders
gern mag es der Deudre im Sinne der Verbrüderung bzw. Verschwesterung,
wenn seine Aussage bzw. seine letzte Zeile von einem anderen Deudre
aufgegriffen, fortgesetzt und/oder kommentiert wird. Dies ist dann eine so
genannte „Polonaise d’eudre“.
Ebenso liebt er es, sich zu spiegeln, zu trichtern oder dreischichtig daherzukommen. Extremsportarten wie das XLdeudring 10/14/10 stehen offen, sind aber auch ein Hinterausgang in den freien Dreizeiler.
- Das
Anhängen weiterer Zeilen sollte der Bekömmlichkeit des Deudre zuträglich
sein.
So öffnet er sich auch den Geschwistern Tanka und dem Rengha, indem er sie freundlich an seinen gastfreundlichen Tisch bittet und zusätzliche 14 Silben in zwei Zeilen aufdeckt.
Ebenso behält der Deudre sich vor, auf eine dritte Zeile zu verzichten.
Denn warum sollte man einen Norddeutschen durch irgendwelche Regeln dazu nötigen, gegen seine innere Natur zu handeln?
Samstag, 2. März 2019
Aus einer Quelle gelesen
Montag, 6. März 2017
Aus einem Gedicht
gern deines, komm, lies
dies, laut: Ich wäre gerne
Du in meinem Geist, frei
singt es dein Lied.
Freitag, 6. Januar 2017
Über weiße Elefanten im Porzellan
Dienstag, 14. Oktober 2014
Über Poetik
in diesem Gedicht
setze ich
Man sieht es nicht
Die inmitten, leer
sieht man ihm an
doch das eine
wiegt schwer
Sonntag, 24. November 2013
Über Leerzeilen, die Stille und das Schweigen
Bevor ich auf eine Leerzeile verzichte, überlege ich mir zuerst, ob ich nicht eine Zeile des Gedichtes streichen könnte, die mehr sagt als notwendig.
Sind es doch oft die Momente empfundener Stille, die ein Erlebnis tiefen ...
In diesem Sinne - fügt euren Gedichten ruhig ein gewisses Maß an Schweigen bei und baut es auf ...
... denn so wie das Schweigen mehr ist als das Fehlen von Worten, ist Stille mehr als das Fehlen von Geräusch ...
Mittwoch, 23. Oktober 2013
Prinzessin Nurphonetis
schreit @ und er dem him Mehl
Wassili bebt isst Tasse Leben
All, es Fass Sicht ein pflügt
hinten Klan Körper irrer Graz yeah!
Oh! Zeih Nichte ein Kai bildet
feile tu Clara pisst, Frem, Teer!
Ire, schön, heut isst Bison der’s
Hund Fohlen dete Anna Chi
Krauser, geh’ tanken!
Zoo Kehl langt, Mia nimm als
zinnlos Vieh Main Trauma Frikas
Auster Tunke Leid Inn schlicht:
Main e Prinz Esse in nur Fon ethisch
Ludwig Janssen © 22.7.2005
Freitag, 11. Oktober 2013
Schlachtplatte Lyrik
Montag, 31. August 2009
Poetik der Thunfischkonserve
Zweihundertfünfundzwanzig Gramm Gewicht. Ob das dem Gehalt entspricht? Entsprechen Gehalt und Inhalt einander, bedingen sie einander? Kann, könnte ich sie trennen? Ja, kann ich das überhaupt auseinander halten? Oder lasse ich mich täuschen, denke, dass alles einfach, klar und deutlich sei, weil es sich offensichtlich um eine Dose Thunfisch handelt?
„… Thunfisch Stücke in eigenem Saft und Aufguss …“
Aha.
„Zutaten: Thunfisch, Wasser, Speisesalz …“
Oh. Das also sind Worte, - Stellvertreter? Erklären oder erläutern sie?
„… Füllmenge 185g …“
So viel ist also darin.
„… Abtropfgewicht 140 g …“
Was nun? Soll ich hier in Teilen denken? Gibt es hier Teile, die weniger wichtig sind?
Der Thunfisch. Eigentlich ist nur ein winziger Teil eines riesigen Fisches in dieser Dose. Ein Teil, ein Fisch – denn ich weiß nicht, um welches Teil es sich handelt, man – und damit meine ich den Autor dieser Konserve, den Autor der Banderole, den Autor des Signets „SAFE“, den Autor der Konservenfabrik, auch den des Ozeanriesen, mit dem diese Dose und ihr Inhalt nach Deutschland kamen - lässt mich im Unklaren, um welches Stück es sich handelt, um welchen Fisch.