Ludwig Janssen © 30.8.2017
Lyrische Prosa, lyrische Klangwelten, Slamtexte, Piktolyrik, Lyrik - das Wort, Sphüngs, Zirkelschneck und andere freischwurbelnde Absonderlichkeiten, grenz-
und kopfüber ...
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Mittwoch, 30. August 2017
Wesentlich ist ...
Und dann: Demenz
dein Wesen, Ich
du kennst
dich nicht mehr aus
noch ein, irrgehnd
ein Ich, verliert
sich zu gewesen
sein
Samstag, 29. Juli 2017
Sequenz … mit sich ausbreitender Stille darin
Sie sagen, du seist zur Ruhe gekommen. Und ja, du bewegst
dich nicht mehr so viel. Die technische Hilfe um deinen gebrechlichen Körper,
die deine Flucht in rastloses Wandern stützte, wirkt wie ein Schneckenhaus, das
du zwar noch um dich trägst, doch nur noch selten machst du ein paar Schritte
voraus, nimmst Schwung nach hinten. Flut oder Ebbe? Das eine kommt, das andere
geht. Nein, zur Ruhe gekommen bist du nicht. Es ist das Fehlen, das in dir Raum
greift. Zunächst fehlte das Erinnern, dann ging dir das Sich-Auskennen aus,
ließ dich irrgehnd wo zurück, wo du nicht sein wolltest. Und später, viel
später folgte das Wollen.
Es ist die Flut, die zurückkehrt. Sie nimmt sich, was dich
ausmachte. Sand sinkt in Sand, Sandkorn um Sandkorn folgt dem Strich der
anlandenden Wellen, legt sich mit ihrem Zurückweichen ins Vergessen. Alles
Erhabene schwindet. Wenn du für dich bist, liegt davon in deinen Augen. Für
dich sein, ob nun allein oder in Gesellschaft eines, der dich in Ruhe lässt. Nicht
retten will. Dich den Sog des Unausweichlichen nicht wieder spüren lässt.
Hier war einmal eine Sandburg mit Toren, Türmen und Zinnen.
Die Puppe in deinen Armen erzählt einen verloren geglaubten Wunsch, den wir
dich leben lassen. Humbta-ta und Tanz wecken deine Lebensgeister für den
Augenblick, den du lebst. Du lebst den Augenblick. Weil du nicht anders kannst.
Wenn wir uns Zeit nehmen für dich, lassen wir dir einen Augenblick nach dem
anderen erstehen. Manchmal magst du in den Arm genommen werden. Noch, noch weiß
ein jeder, dass hier einmal eine Sandburg stand, mit Türmen, Zinnen und Toren.
Am Ufersaum rollt ein Schneckenhaus im Wellenschlag der anlandenden Flut.
Ludwig Janssen © 29.7.2017
Freitag, 5. April 2013
Sequenz … darin vom Schwimmen mit Indefiniten – im Partikelstrom
Deine Fragen zitternde Kompassnadel. Begleiterscheinung eines
nachlassenden Magnetfeldes.
Um einen Planeten, der sich dreht wie alle anderen Planeten. Um sich selbst und das, was er seine eigene Achse nennt, seine Jahre ständig wiederkehrende Bahnen um das, was man Leben nennt. Pralles, gleißendes Leben, das mehr ist als das Leben der anderen - das Leben des Anderen ist. Deine Orientierung sehe ich schwinden mit dir, dich dem Sonnenwind ausgesetzt. Realitäten brechen lautlos ineinander. Besitzanzeigende Fürwörter bleiben, hier und dort ein Nomen als noch erhobenen Hauptes Wort vielleicht mit bin. Auch das Pronomen, auf das du dich zurückziehst, das Passivsubjekt mit signifikanter Bindung zu Wörtern wie geboren und vergessen.
Das Schwimmen mit Delfinen, sagt man, könne Menschen helfen, die aus dem Gleichgewicht gerieten, außerhalb eines Gleichgewichts, wie die Grenze es vermittelt, die Menschen ziehen zwischen sich und dem, was Halt verleihende Selbstverständlichkeiten stellt, und zwar in Frage. Dass sie zurückfinden. Dass sie Zurück finden, irgendeines, irgend… und: Dich sehe ich schwimmen im Sonnenwind mit Indefinitpartikeln des io war gin, irrgehnd Wer im irrgehnd Wo und mich lehren, dass alle Welt ein Kartenhaus ist, im Schoß der Winde, mit irgendwelchen Irrlichtern darin, irrgehnd Wellchen darin du und ich. Ein Zaun grenzt ein, grenzt aus und ist nicht Weide, ist nicht das Gras. Wirklichkeit gibt es auch jenseits des Verstandes. Kopfsache. Irrgehnd Wellchen verlaufen sich im Sand. Deine Fragen und eine zitternde Kompassnadel.
Um einen Planeten, der sich dreht wie alle anderen Planeten. Um sich selbst und das, was er seine eigene Achse nennt, seine Jahre ständig wiederkehrende Bahnen um das, was man Leben nennt. Pralles, gleißendes Leben, das mehr ist als das Leben der anderen - das Leben des Anderen ist. Deine Orientierung sehe ich schwinden mit dir, dich dem Sonnenwind ausgesetzt. Realitäten brechen lautlos ineinander. Besitzanzeigende Fürwörter bleiben, hier und dort ein Nomen als noch erhobenen Hauptes Wort vielleicht mit bin. Auch das Pronomen, auf das du dich zurückziehst, das Passivsubjekt mit signifikanter Bindung zu Wörtern wie geboren und vergessen.
Das Schwimmen mit Delfinen, sagt man, könne Menschen helfen, die aus dem Gleichgewicht gerieten, außerhalb eines Gleichgewichts, wie die Grenze es vermittelt, die Menschen ziehen zwischen sich und dem, was Halt verleihende Selbstverständlichkeiten stellt, und zwar in Frage. Dass sie zurückfinden. Dass sie Zurück finden, irgendeines, irgend… und: Dich sehe ich schwimmen im Sonnenwind mit Indefinitpartikeln des io war gin, irrgehnd Wer im irrgehnd Wo und mich lehren, dass alle Welt ein Kartenhaus ist, im Schoß der Winde, mit irgendwelchen Irrlichtern darin, irrgehnd Wellchen darin du und ich. Ein Zaun grenzt ein, grenzt aus und ist nicht Weide, ist nicht das Gras. Wirklichkeit gibt es auch jenseits des Verstandes. Kopfsache. Irrgehnd Wellchen verlaufen sich im Sand. Deine Fragen und eine zitternde Kompassnadel.
Ludwig Janssen © 5.4.2013
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