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Dienstag, 15. Januar 2019

... geht mein Sinn



uuu ist das Meer Nach
t und du bist Weh
nach Ferne, Sterne
meeren sich dort, fort
geht dein Sinnen uuu
m mit den Wellen zuuu
beginnen in der 
Nach      t, ich meine
es ist die Stille darin

Ludwig Janssen © 15.1.2019

Donnerstag, 20. September 2018

Langer Atem


Geh zeitig, doch geh nie zu weit
fort, denn wieder her ruft dich
zum Ort der Wiederkehr beizeiten
von wo auch immer
Immerdar hierher
gleiten flüsternd, auf der Wellen Klar
Träume, knisternd, die Gestade säumen
Vergänglichkeit im Flockenschaum
das Band zerschlagner Schneckenhäuschen

Das rollt und rollt und gottgewollt
Gezeiten - Wiederkehr, nur Ewigkeit
ist anders, schwer und kühl mein
Sinn bleibt fassungslos sich selbst
und ohne alles Rund

Das rollt in den Schneckenhäuschen
sich zum Sandkorn hin und grüßt
wissend um das Spiel von Endlichkeiten
von- neben- zu- für- aus-
und nur: einander sein
alles Immerdar nur Traum

Kaum Gedanke aus gequirlten Quanten
fanden meine Kleinigkeiten sich
zu einem Turm mit Licht
darin, es scheint den Nächten aus
den Rippen Kegel, in der Ferne Leuchten
unbekannten Schiffen oder Nichts

verloren und vergebens
Wert, voller Hoffnungslos
in meinen Händen Sand am Strand
klirren Schneckenhäuschen
Ludwig Janssen © 29.4.2005

Montag, 12. Juni 2017

... Punkt

Heute legt nur mehr Meer, sonst nichts an gesichts allen Fehlen eines Betrachters an. Kein Frachter, beladen mit irgendetwas, ein er Projektion vielleicht, tuckert, kehrt heim. Kein Vogel und das Meer sich selbst Konjunkt ion, ein: Flut und Ebbe enden hier, an diesem


Ludwig Janssen © 12.6.2017

Montag, 27. Februar 2017

Aquasurium



Ein Aquasammelsurium die Welt, mit Fischen
Tang, und irgendwo dazwischen, stumm, ein Du dir
das bin ich. Doch eigentlich gehöre ich den Fischen
die unter Wolken, Wogen, Wegen über Gründen zischen
tief, ihrem Flossenschlag und ihrem Kiemenatmen

atme ich zu, ein wenig ein … und aus.

Ludwig Janssen © 10.3.2012

Montag, 2. März 2015

ultra mare

Es zog ein Wal
ultramarin
so dahin, so dahin
Strömung, Wellen trieben ihn
Die ihn sahen, sahn ihn ziehn
ultramarin, ultramarin

Ihm schien Sonne - und als ob
er eine Insel wäre
flöge, und er ultra mare
er ein Gedanke überm Meere

So sah ich ihn
ultramarin
und in sein dunkles Auge.


Ludwig Janssen © 2.3.2016

Mittwoch, 26. November 2014

Das Meer, das Meer ...

Das Meer, das Meer
kam von
weit her
war schon
Komet und geht
nicht mehr

Es bleibt.
Es treibt
so manches Ding
darin od. ging
unter und verloren

steht ein Mensch
daran und kann
das Meer als Meer nicht fassen
Könnte, was es ist, schlicht sein
es bleiben und Papier
Schiffchen in ihm
treiben lassen
Ludwig Janssen © 26.11.2014

Montag, 6. Januar 2014

Am Atlandich


Warten auf Windschatten.
Schattenspender …
Sonnenuhren weisen die Zeit über den Schatten, den ihr Zeiger wirft,
Windschattenspender hängen
weder neben atlantischen Salzwasser-Waschbecken parat, wenn einem danach ist , nachdem –
noch materialisieren sie aus luftigen Wünschen. Denn die gehen mit dem Wind,

mit der Zeit, den Schatten und Schätzen.

Ein Pferd wäre ideal, vielleicht eines, das Strandhafer frisst und,

 sowohl Dünen- als auch Dünungserfahrung, das Besagte schaukelt, ein wenig,

eines, das herbeieilt auf Pfiff und sich zum Anlehnen bereithält, warm, seine Nüstern weich und freundliche Wärme schnaubend.

Ein Sehpferd vielleicht, Horizontaale im Blick, habsofaraner Warmglut, ideal wider die kühlen ablandigen Winde bei Anbruch der Nacht.


Ein Schaukelpferd vielleicht, eines mit beheizter Waagschale und weichem Federkern darunter, womöglich ein weiser Lippenzahmer.


Wohl dem Mustang, der im anlandenden Wiesenschaumkraut sich wiegt unter dem Windschatten der Fröstelnden.

Ludwig Janssen © 21.4.2013

Freitag, 15. November 2013

Menschen am Meer



Menschen stehen gerne am Meer oder sitzen
in Zimmern und denken sichs her und das Meer
brandet und landet und schweigt an ihnen
sich an, wiegt und schmiegt sich, das Licht

bricht funkelnd. Als ob ihr verborgener Schoß
nach ihnen und sie zu sich riefe, schreiben sie
groß zu ihm - und aus ihm heraus sich: Tiefe
ihr Dunkel, die Unberührte, das Anverwandte

Ich weiß sie stehen, mich unter ihnen, und das
Wort brandet und landet und schweigt sich an
Unvorstellbar große Menge Wassers und wie das
sich wölbt mit den Wolken und zieht sich unter

den Füßen tief ins Land hinein und Kometen
schlugen ein zu ihrer Zeit, will man meinen, in
den brodelnden Planeten, ich spüre es regnen, die
Tropfen klopfen Sekunden zu Stunden darin

geht mein Sinn mit den Flüssen und deinen Küssen
nach, wie die Tiefe des Meeres so fern und so dunkel
das Meer bleibt weitgehend unbekannt und dem Land
Rand zu sein Unbekanntem, Erscheinen, will meinen

Heut ist ein schöner Tag am Meer.

Ludwig Janssen © 15.11.2013

Montag, 25. Februar 2013

Ein schöner Mann (vlinderflunderwunderschön)

Du, die du meine Stimme kanntest, mich schön nanntest
die mir Geschichten schrieb, in denen ich wahr wurde
und leicht, und ich, der Flunder, zu einem Vlinderwunder …
Auf der Suche nach Tiefe am Grunde des Meeres fand
dein Verstand mich und hob mich ins Licht, mein dunkles
Flaschengrün ließt du an deinem Himmel ziehn und zeigtest
indem du dich zu mir neigtest – dass die Tiefe über mir war,
klar, und mir Himmel war, zu dem ich nicht aufschaute, weil
ich mich nicht raus traute – aus meiner Suche nach Sinn, tief
in mir drin, dabei ist in Gefühlen wie in Schlamm wühlen
dem kann man sich einverleiben und darin stecken bleiben.
Doch du hast mich gesehn und meintest, ich sei wunderschön.
Ich lachte und dachte, du würdest spinnen, doch was du sahst
war nie mein Außen, war mein Innen, das Singen meiner
Worte an virtuellem Orte - es sei, sage ich nun, mache mich frei
von dem Wissen, um zu fliegen ein Vogel sein zu müssen
und bin …: einfach - und so, wie du mich gesehn: Ja ich bin


                         vlinderflunderwunderschön

Und auch, wenn du jetzt schweigst und dich nicht mehr zeigst
neigst du doch immerzu dich mir zu und das Schöne
das sich dir auftat in meinem Schreiben wird dir bleiben
und mir bleibt das Wissen kein anderer sein zu müssen
als der, der ich bin – mit deinem Namen in meinem Sinn.

Ludwig Janssen © 24.12.2008

Samstag, 12. März 2011

Pazifisches Nachtgesang

Seezungen sangen Flunderweisen
der Mond equilibrierte stumm
der Erde Um-die-Sonne-Kreisen
trug den Pazifik um und um

die Mitte des Systems, durchs All
schwamm ein ruheloses Schweigen
eins von der Art aus Infraschall
wie es den Elephanten eigen

Eines, das der Mensch nicht hören
kann, weil er kein Phante ist
Doch Pazifische betören
so alles, was pazifisch ist



Ludwig Janssen © 6. 12. 2010

Samstag, 7. November 2009

Lalavolu mit Tintenfischern und Perlbooten

Kopffüßer tragen ein Hirn / Mit wesentlichen Gedanken, ihr Bauch / Gefühl ist ein Schiff / Mit Tinte / Perlboote wippen und jagen am Riff

Montag, 31. August 2009

Mann mit Fischen

Im Lichte des Sommers
am Grunde des Sees
spielen seltsame Fische
sprühen wie Funken
auch paddeln Unken
durchs Grüne und sonniges Blau

Und wie ich so schau’
da kommen sie her
erzählen was war
was ist und was wär’
sein könnte im silbigen Weltenmeer
dann schlingen sie feine Kreise

Wie sie auf diese Weise einander
im Stillen sich fügen und lösen
seh’ ich wie im Traume und staune
da steigen sie auf
und schweben zuhauf
davon wie Seifenblasen

Einer der Fische heißt Ewigkeit
mit ihm fliegt ein Teil meines Namens
zu Orten, an die ich selbst nie gelang’
der andre aber macht: homo ludens
Im Lichte des Sommers
ein glücklicher Mann

Ludwig Janssen © 5.7.2005