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Dienstag, 7. Mai 2024

Wenn ich das Licht ausschalte

Ihr wartet schon so lange Zeit

das ist wenn ihr mit mir seid

und ich fürchte ich nicht an

euch denke seid ihr bereit mich

einzuhüllen in euer dasein mit

zu nehmen in eure Arme die

warten dass ich das Licht aus

knipse und mitten in dir Dunkel

sitze dich Stille in den Ohren nein

fühle ich mich nicht verloren mein

Sinnen höre ich Gedanken spinnen

an einem von ihnen hänge ich kann

fliegen Spinnlein im vergehenden

Sommer mit dem letzten warmen

Abendwind müdes Lachen leise

meine Reise beginnt wenn ihr beide

ohne mich seid und ich nicht mehr

liege in eurem warmen Umarmen

mein Sinnen und Spinnen euch gilt

all mein Loslassen angekommen ist


Ludwig Janssen © 7.5.2024

Freitag, 1. Juli 2016

Aus der Ferne wirken Sterne so allein

aus der Ferne
wirken Sterne
so allein, der
Raum unüber
windbar weit

Regen dir ent
gegen ins Gesicht
nicht. die Tropfen
klopfen tief in
dir und deinem Bauch

auch - das Sehnen
ist all denen, die
es finden aller Sterne

Licht wie Regen
ins Gesicht.

Ludwig Janssen © 1.7.2016


Dienstag, 13. Oktober 2015

Koloman Paschulke kommt und geht ins Licht

Koloman Paschulke. Koloman hat heute Namenstag. Wo er herkam, weiß ich nicht. Weiß nur, dass er kam, wie gerufen, als man mich fragte, wer Koloman sei, ob es so einen gäbe, überhaupt, Koloman, wer heißt denn schon so?

Da kam er, Koloman Paschulke, wie gerufen, und ging sogleich los, folgte etwas, das sich ausnahm wie ein Erzählstrang. Ich sah ihn gehen, eine Allee prächtiger Ahornbäume entlang, sah, wie das Sonnenlicht ihm schmeichelte. Koloman ging Schritt für Schritt. Bedächtig setzte er einen Fuß vor den anderen, und das Licht, das Licht – es sah aus, als flösse es mit Koloman die Allee hinab. Zugleich strömte ihm Licht entgegen. Ein viel helleres, als ich es mir auszudenken im Stande war.

Anlandendem Wellenschlag gleich umspielte es seine Füße. Und Koloman? Ging unbeirrt seinen Weg, die Allee entlang, ins Licht hinein, das sich brach an Paschulkes unentwegtem Fortgang, anbrandete, aufschäumte, lautlos durch den Raum wirbelte und sich hinter Koloman ebenso geräuschlos wieder sich schließend verlor. Hinter Koloman Paschulke, der nach und nach und mit jedem weiteren Schritt ins Licht zu erblassen schien. Mit jedem Schritt weiter, den Koloman Paschulke tat, die Allee hinab, schien es, als würden immer mehr Photonen ihren Weg nicht weiter um ihn herum nehmen, sondern geradewegs durch ihn hindurch.

Kolomans Gestalt transzendierte, verlor an Kontrast und Kontur, und es währte nicht lange, dass ein zu Boden taumelndes Blatt der sich mittlerweile herbstlich gold färbenden Allee seinen Weg kreuzte, den transzendierenden Koloman passierte und mit dem sich hinter ihm schließenden Lichtstrom fortgespült wurde. Dem einen Blatt folgten weitere, Koloman selbst folgte weiter niemandem. Koloman, der seinen Weg nahm, wie auch das Licht seinen Weg nahm, Koloman entgegen das eine und sich hinter ihm schließend das andere, wie auch der Erzählstrang seinen Weg nahm mit dem transzendierenden Koloman Paschulke darin – und mit ihm darauf unterwegs.

Koloman, dessen Gestalt sich von Licht durchdrungen verlor mit dem Gedanken, der ihn aufgerufen und auf diesen Weg gesandt hatte, welcher sich mit Koloman in eben jenem Licht verlor, das viel heller strahlte, als ich es mir auszudenken und ihm, ihn, Koloman Paschulke, darin enthalten, mit auf den Weg zu geben im Stande bin …


Ludwig Janssen © 13.10.2015

Samstag, 5. September 2015

Ruhemasse Null


Ist ein Photon, ein Quant
fand zu mir durch den
Nebel
reflektiert
spaziert
den Sehnerv entlang – und geht
wohin auch immer mein
Sinn geht ihm nach


Ludwig Janssen © 4..9.2015
 

Dienstag, 25. Juni 2013

(:)


Das Licht ist nicht der Wunder bar
fuß wellt es ruhemasselos
durchs All
und überall ist Dunkel

In unsren Augen endlich
ruht es
Sternenfunkel
Ludwig Janssen © 5.9.2011

Mittwoch, 20. März 2013

Elljott, heute zu Brechen und Verdichten:


Das Schreiben ist ein Prisma, in dem selbst bunte Lichtstrahlen noch gebrochen werden. Ein Gedicht, wenn es eine große Verdichtung ist, schafft für die - und in der - Vielzahl der Leser die Umkehr dessen, was ein Prisma mit weißem Licht macht.


Ludwig Janssen © 12.5.2008

Mittwoch, 6. März 2013

Denken ist …

E=mc² 

Energie ist Masse. Ziemlich schnelle Masse. So schnell und so klein, dass man sie nicht fangen kann, ohne sie aus den Augen zu verlieren, denn wenn man genau hinschaut, ist sie weg, zwinkert man, zischt sie durch die Finger und geht ins Auge. 

Energie ist also winzige Masse, die nur eben gaaanz schnell unterwegs ist, wohin auch immer. 

Nach dem Energieerhaltungssatz geht nichts verloren. 

Und auf beiden Seiten eines Gleichheitszeichens steht Gleiches. 

m = E/c² ? 1/8 ist weniger als ½, und 1/8 ist weniger als 1/1. 

Somit würde Energie zu Masse, und deren Dinge ganz, wenn sie nur kalt und langsam genug wären. Und würden die Dinge sich nicht bewegen, gäbe es sie nicht, denn „geteilt durch Null“, Jesus, was sagt da der Mathematiker? Verboten! Das arme Photon! Es darf sich nicht ausruhen, nie, nie und nimmer, nie zur Ruhe kommen … armes Licht! Von wegen „Ruhemasse“ – verboten! Wie lieblos. Und warum das ganze? Weil irgendwer meint, dass die Dinge zumindest eins sein müssen, mit was auch immer, jedoch auf keinen Fall mit dem Nichts? Wollte sich also so ein kleines Photon ein Ruhepäuschen gönnen, würde langsamer, langsamer, lang… - käme irgendwann, müde, ausgepowert, vielleicht 1:1 daher – und bei mir an, und zwar auf den Versuch, und mit 1= 1/1 durchaus manierlich – es dürfte nicht anhalten, ausruhen, schlafen stillstehen, denn … (und ja, eigentlich nur, weil der Beweis 1 = 0 anzutreten wäre, ließe man zu, dass das Licht, zumindest ein Photon, stillsteht.) … die Mathematiker haben das verboten. Aber Null ist Null gleich! Mathematiker sind weit entfernt von der Liebe. Ab und an wirft Gott Steinchen ans Fenster, während wir schlafen. 

So also ist das mit dem Photon. Ruhemasse Null, Reichweite unendlich: Wahnsinn. 

Das wuselt sich über Jahrtausende vom Sonnenkern nach außen, das Photon, saust innerhalb von acht Minuten hierher, funzt im Chlorophyll des Zellkörperchens einer Sonnenblume ein Wassermolekül auseinander, das möglicherweise älter ist als die Sonne, und gelangt schließlich in mein Körperchen als Sonnenblumenkern und über dessen Energiegehalt und E=mc² schließlich in mein Hirn, wird Gedanke, vielleicht sogar der Kern eines Gedankens und bleibt, wo es ist. Wirklich? 

Wird ja schnell kalt, so ein Gedanke, und verliert an Esprit. 

Wo der dann bloß rumliegt, der Gedanke, und materialisiert? 

Wie groß wird die Ruhemasse eines Gedankens sein, wie weit seine Reichweite reichen, und, wird sie uns reichen, was auch immer, uns bereichern oder genug sein? 

Letztlich kommt da ein Photon zur Ruhe, das ziemlich lange unterwegs war. Als Welle, als Teilchen, doing-doing, flitzefitz … um am (an seinem?) Ende gedacht zu werden: 

Kleines Schläfchen. 

Blauer Traum: 

Ruhemasse eines Photons: Null - und auf beiden Seiten einer Gleichung steht dasselbe:
m = E/c² ... 0 = E/c² ... 0 = 0.
 

Ende der Umwandlung. 

Rückwandlung? 

Materialisation? 

Energie der Lage. 

Das Hirn ist doch auch bloß eine Dose für kleine, schlafende Kerne, die irgendwann, später und vielleicht, geweckt werden. 

Vom Anstupser. Kein Big Crunch, geht nicht. 

Das All ist so, wie es ist, weil es nur so sein kann, denn hätte es anders sein können, wäre es anders oder nicht da, so eben und sicherlich ohne uns. Dieses „Nur-so“ ist es nur so, nur mal eben so, vielleicht, aber das wieder ist ein hauchganzdünnes Membranchen, kein Mem aus dem Branchenbuch, das sich gegen andere durchsetzen muss, es ist DAS Wieesist und logische Folge der Bedingungen zur Zeit der ersten Sekunden des großen Kapaftich: 

Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig … Wasserstoff … Deuterium … Helium … (dann stellte er es zum Abkühlen auf die Fensterbank, es war Nacht und Sterne funkelten nicht am Himmel, noch nicht). 

Photonen dürfen sich nicht ausruhen, müssen immer unterwegs sein, und das ziemlich schnell. Wo sie sind, und auch dort, wo sie nicht sind, für den Moment, ist hell. Ihre Energie speist Zuckertransformatoren, Wasserspalter, geht nicht verloren. Wo sie sind, weiß man nie so ganz genau, jedenfalls kann niemand es beweisen, obs hell ist oder licht, sieht jeder. Vielleicht ist das mit dem Ich-bin-das-Licht ebenso. 

Und das All, einfach alles besteht aus Winzigfitzelflitzelchen, die sich immer wieder zu Großem finden und im Kleinen verlieren, wie sie sich im Kleinen wieder finden und im Großen verlieren. Und du gehörst dazu. Ich auch, übrigens. 

Dekohärenz sorgt dafür, dass die Dinge bleiben. Nicht, wie sie sind, nur: dass. Das genügt. Ding! - ein Steinchen ans Fenster ...
 
Ludwig Janssen