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Samstag, 17. Juni 2023

Zirkelschnecks Freunde

Zwei Gestalten, in nächtliches Drehen vertieft, tauschen Gedanken, Buntes. Es rauschen der Mond, die Blätter und lauschen wohl auch. Aus Zirkelschnecks Bauch, einem Schimmern gleich, rührt Erinnern an den stillen Gefährten, nah in der Ferne (näher als Sterne) und doch,  in einem Meer ohne Wogen, mit vielen lichten Wellen, spielen die Vielen Radio und Fangen, gelangen so nach Irgendwo gleitet sein Schiff in schäumenden Kreisen den Träumenden leise: Gute Reise! Aus Zirkelschnecks Drehen lichter Takelage rufen Stufen Zirkelschnecks Freunde.

Ludwig Janssen © 17.09.2004

Sonntag, 4. Dezember 2016

Piktolyrik, № 28 (Zirkelschneck)



@ï°


zirkel@ï, allein
in mildem m°ndenschein
schreibt ein winziges gedicht:

@ï°

... mehr braucht es nicht.


Ludwig Janssen © 1.12.2016

Samstag, 26. Januar 2013

O Wunder ...

Letzte Nacht flatterte ein Haus zum Fenster hinein, ein kleines, ein Häuschen ... knusper, knusper, Mäuschen ... Das Licht brannte, in den Zimmern goldgelbes Flimmern, setzte sich auf die Fensterbank, die Primel, Gefriemel setzte ein und Raspeln, im Primeltöpfchen das Haus, ein Köpfchen, schaute heraus aus der Tür, sagte mir: Guten Abend, ich bin ... so frei ... Wer er denn sei, fragte ich den, der da nagte, an meiner Blume, meinem Eigentume, meinem Blümchen, eigentümlichen Raspelzüngchens Jüngchen ... da erkannte (noch bevor seinen Namen er nannte) ich den Nachtschneckerling, mein zirkellucides Träumen, sein Schäumen und Knispern, Wispern flogen, zogen dem Sommer entgegen ... - und: aus.

Verlassen des Zirkelschnecks Versteckspiel, sein Haus. Zum Fenster hinaus mit meinem Sinnen, Neubeginnen, Entrinnen und allen gangbaren Wegen flog mein Herz, sich dem Mond in die Sichel zu legen. Flog, flatterte ... fling, fling ... Vom Blau der Nacht nippt ein Nacktschneckerling ...

Ludwig © Janssen 26.11.2012

Donnerstag, 13. August 2009

Zirkelschnecks SinnLicht

Der Zirkelschneck
wär' nur ein kleiner
spiralig denken

der Umschleimer, von
Bedeutung wohl kaum

Wären nicht Drehen
und Mondscheinlieder
zartes Zirkelhäuschen, darin

dein eigener Traum, im
und Nachtigallengefieder

Ludwig Janssen © 15.6.2005 (überarbeitet 13.8.2009)

Der Zirkelschneck

Der Mond zieht seine volle Bahn
und spiegelt Silberschimmer.
Er scheint, so scheint es, ganz vertieft;
es scheint, als wär’s – wie immer.

Da! Was ist das? Ein Schimmerstreifen!
Etwas glibbrig, nass und fein,
zieht eine Spur ums Eck auf leisem
Grau der Stadt im Mondenschein.

Dem geht er nach, der gute Mond
und späht ums nächste Eck:
sieht dort, in zartes Drehn vertieft,
den kleinen Zirkelschneck.

Behutsam senkt er sich hernieder,
dem kleinen Schneck zur Seite.
Sie singen leise Himmelslieder,
von Liebe und von Weite.

Die Sterne seufzen ab und an,
der Erde blaues Drehen,
hält inne auf der Sonnenbahn,
den Sängern zuzusehen.

Ein Zirkelschneck sitzt mit Bedacht,
dort, wo das Sehnen wohnt.
Noch heute scheint in solcher Nacht,
ein stiller, runder Mond.

Der bleibt dem kleinen Freund verbunden
und wirft, mit mildem Scheinen,
auf mancher seiner stillen Runden,
verdrehte Schatten, will man meinen.

Ludwig Janssen © 12.10. 2002 (überarbeitet)

Sonntag, 21. Oktober 2007

In Zirkelschnecks Haus

Im Leben eines Zirkelschnecks
sind da noch diese blauen Stunden
wo er versonnen sich verliert
in diesem Drehen, längst gewunden

das sich dreht in Innerkreisen
in denen er auf alten Stufen
seines langen Wanderns müde
den Stimmen folgt, die nach ihm rufen

Lautes Schreiten wird zum Flüstern
doch weiten sich ihm wissend Hallen
folgt er enger Serpentine
zu dem Ort, wo Sterne fallen

An den Wänden tanzen Lichter
in alabasterweißem Schimmern
die blasse Spitze birgt im Kern
das Tor zum Morgen im Erinnern

Dies Schneckenhaus ist sonderbar:
Sein Leben träumt sich hier, zufrieden
bar von Zweifeln und Visionen
und All sein, Träumen - ist ein Lieben

Ludwig Janssen © 11.03.2003

Samstag, 22. September 2007

Karpfen, Mond und Zirkelschneck

Der Mond läßt feine Silberfäden
um die Häuserwände streichen,
schleicht an schwarzen Fensterläden
entlang zum Park mit seinen Teichen.
Karpfen, Mond und Zirkelschneck

Bereit, in nächtlichen Gesängen,
Sein und Kannsein zu verzwirbeln
und auf sphärenzarten Klängen
mit seinem Freund durchs All zu wirbeln.

Der Zirkelschneck hat mit dem Drehen
kosmophiler Pirouetten
schon begonnen, und sie wehen
davon, als ob sie Ziele hätten.

Vertieft in solche Himmelslieder
läßt der Karpfen Blasen steigen,
singt, im Kreise seiner Brüder,
die Lieder, die den Fischen eigen.

In solchen Nächten wachsen diesen
Freunden Flügel aus den Zeiten
als drei Engel Gott verließen
und den Gesang der Ewigkeiten.

Ludwig Janssen © 06.03.2003