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Donnerstag, 4. Januar 2018

Wie Kunst entsteht … Wie?


Kunst ent
steht und geht
durch die Welt
ist sie fragt
nicht nach dem
Wie ist sie
weit voraus geht
mit und in dir ein
und aus.
Ludwig Janssen © 4.1.2018


Donnerstag, 26. Dezember 2013

Neulich, im Amt für Lyrik …


Schauen Sie, ließ sich der Metronom in seinen schweren Lehnstuhl fallen, legte die Füße auf den Schreibtisch zwischen uns und wippte mir aus abgewetzter Schuhsohle würzige Strenge um die Nasenspitze, es verhält sich mit der Poesie wie mit diesem Vögelchen dort am Fenster: Ohne seinen Käfig wüsste es nicht, wohin, würde umeinander fliegen und sich verlieren, vielleicht in dem Wald dort drüben oder dem Obstgarten hier vorn, oder gar ... irgendwo. Niemand wüsste um seine Existenz, niemand sähe es derart ausdrücklich zum Kunstwerk erhoben, oder, schlimmer noch, die Möglichkeit hierzu. Und nun unterschreiben Sie hier, es handelt sich um eine Formalität.
Ludwig Janssen © 3.12.2011

Mittwoch, 27. Januar 2010

Legasthene und Literatur – Legasthenie und Kunst

Wir haben also sagen wollen, dass alle unsere Anschauung nichts als die Vorstellung von Erscheinung sei; dass die Dinge, die wir anschauen, nicht das an sich selbst sind, wofür wir sie anschauen, noch ihre Verhältnisse so an sich selbst beschaffen sind" (Kant, Kritik der reinen Vernunft, 1781).
Da steht ien e auf dem Flur. Dei Stabenbuch tanzen, verschden vor den Augen, nien, nicht ganz so schlimm, nur so ungefähr. Zu "Haus" habe ich ien Bild im Kopf, doch kienes zu "darum". Ich wieß, dass ich deise Schwäche habe, die nur eine ist, weil andere sagen, dass sie eine ist, weiß, dass mich immer wieder vergewissern muss, dass da …

Nein, wer erläutert haben möchte, was Legasthenie ist, möge hier nicht weiterlesen.

Nein, wer erläutert haben möchte, was Literatur ist, möge nicht hier weiterlesen.

Hier geht es um Gedanken zu Legasthenie und Literatur. Literatur im Sinne künstlerischen Ausdrucks, kreativer Schöpfung.

Vielleicht aber geht es nur darum, sich verständlich machen zu können.

Vielleicht aber geht es nur darum, wenn schon nicht verstehen, so doch wahrnehmen (für wahr nehmen) zu können.

So sollte ich ergänzen: Wer sich nicht mit der Erläuterung zufrieden geben mag, dass Literatur Kunst aus geschriebenem Wort und die Vermittlung Kunsterlebens über das geschriebene Wort, das geschriebene Zeichen ist, liest lieber nicht weiter.

Es geht nicht um Rechtschreibfehler. Es gilt nachzudenken darüber, was zum Ausdruck eines schreibend schöpfenden Menschen gehört.

Wie viel Spur von sich und seiner Persönlichkeit darf ein Mensch in seinem Werk zurücklassen, dass man es noch Kunst Werk nennt?

Was unterscheidet ein ie statt ei von der markanten Spur eines Werkzeuges, sei dies ein Zahneisen, sei dies ein Pinsel? Spuren, die neben vielen anderen Kriterien Kennern der Materie (und auch Laien) ermöglichen, Kunstwerke bestimmten Menschen zuordnen zu können: Farbwahl, Formgebung, Pinselführung – oft möglicherweise nicht mehr als Sichtbarwerden körperlicher Abweichungen von der Norm. Wer will leugnen, dass die Sterne, die Vincent van Gogh über dem „Nachtcafé“mit Halo daherkommen ließ, wie Sterne aussehen, die man als Kurzsichtiger ohne Brille sieht?

Anders als die Sterne in der „Sternennacht“ vor der in typischer van Gogh'scher Art gemalten Zypresse, wo in Kreisen, Wellen, Spiralen gefügte Striche bewusst gewählte Pinselführung wiedergeben, ebenfalls: Ausdruck. Ausdruck eines, so liest man, Legasthenikers.

Überhaupt – wenngleich man müßig in nächtelangen Diskursen über zum Beispiel Bildende Kunst reden kann, ohne sich einig zu werden, was Kunst ist, was ein Kunstwerk ausmacht, so bleibt unstrittig:

Alle Kunst ist Interpretation dessen, was man vor Augen hat. Also nicht Abbildung dessen, was ist, sondern Interpretation dessen, was man sah, zu sehen glaubte, zu sehen meint, sich vorstellt, ganz gleich, obs fiktional oder faktual geschieht (versucht wird).

Das, was wir vor Augen haben, pflegen wir Wirklichkeit zu nennen. Doch haben wir niemals Gewissheit! Allein schon unsere Sinne sind Filter, sind Hindernis, denn unsere Sinnesorgane bereits – einschließlich des Nervenzentrums, das das für wahr Genommene im Abgleich mit gespeicherten Informationen „verifiziert“ – interpretieren, was auf sie wirkt, geben es nie so wieder, wie es ist.

Ein Beispiel? Das Sehen ist der Hauptsinn des Menschen. Wir meinen zu wissen, dass unsere Welt, unser Universum dreidimensional ist. Mit dieser Interpretation werden wir richtig liegen, so lange wir sie auf die Welt, das Universum beschränken, das wir kennen, erfassen und daher prüfen können. Allein unser Auge – es sieht nicht dreidimensional! Die von den Dingen reflektierten Photonen treffen auf die Netzhaut und erzeugen ein zweidimensionales Bild! Dreidimensionales Sehen ist bereits Interpretation, visuelle Wahrnehmung ist Interpretation! Wir haben uns lediglich daran gewöhnt, Dreidimensionalität sehen zu können, nehmen das als gegeben, normal.

„Normal“, das ist ebenfalls Interpretation, ist eine Insel der Glückseligkeit des sozialen Wesens Mensch, auf der sich alle drängen, auf die sich die retten, die zwar Individualisten sein möchten, aber Angst davor haben, ausgegrenzt zu werden, Sonderling zu sein.

„Normal“ ist Ausgrenzung, Ausgrenzung Wahrgenommenens, ist Ausgrenzung von Wahrheit. Ausgrenzung von Realität.

Legasthene haben eine besondere Art des Wahrnehmens, der Interpretation (Verarbeitung der Information) geschriebener Zeichen und Symbole, die wir zu Graphemen und definierten Gruppen ordnen, die uns Wort, Satz werden, und letztlich auch Ort sind, an dem wir Bedeutung ablegen und/oder suchen. Dazu gehört die Verkehrung von Symbolen (Buchstaben, Wörtern), das erschwerte Begreifen von Dingen und, so ist jedenfalls zu lesen, häufig die Desorientierung, was Raum und Zeit angeht. Wie viel Orientierung bezüglich Raum und Zeit bietet dieses Gedicht:

When You Are Old

When you are old and grey and full of sleep.
And nodding by the fire, take down this book,
And slowly read, and dream of the soft look
Your eyes had once, and of their shadows deep;

How many loved your moments of glad grace,
And loved your beauty with love false or true,
But one man loved the pilgrim soul in you,
And loved the sorrows of your changing face;

And bending down beside the glowing bars,
Murmur, a little sadly, how Love fled
And paced upon the mountains overhead
And hid his face amid a crowd of stars.

(William Butler Yeats, 1892)

(Eine Bewerbung des Verfassers an einer Universität wurde wegen der Rechtschreibfehler im Bewerbungsschreiben abgelehnt.)

„Normal“, ist nicht nur bloße Interpretation, „normal“ ist, viel schlimmer, Konsens der Masse. Konsens der Masse ist etwas, das Kunst berühmt und populär macht, doch sind das Aspekte, die eher mit Vermarktung zu tun haben als mit Kunst an sich. Kunst kann nicht mit dem Anspruch auf den Konsens der Masse, der Normalen, der Alltäglichen, der qua Masse und Lautstärke Normierenden erstellt werden.

Sie entzieht sich dem ebenso wie die Wahrheit sich dem entzieht, unerreichbar und daher kaum zu definieren ist.

Und so ist das, was die Masse als Normal, als Wirklichkeit definiert, lediglich Facette. Hat der Interpretation von Wirklichkeit eines Legasthenen nur die Winzigkeit voraus, von vielen ähnlich interpretiert zu werden.

Ausdruck - die Wiedergabe dessen, was man wahrnimmt, sich vorstellt, fühlt – die Wieder-her-Gabe dessen, was die Welt an Resonanz in uns zum Schwingen brachte, ist eine höchst individuelle und von der Persönlichkeit des sich (ver?) Äußernden geprägt, trägt dessen Spur, obs Pinselstrich sei, gestaltend prägende Absicht, oder – im Falle des Legasthenen, die für ihn typische Art, stuchbaen zu wervechsln oder wegzu.

Lese ich also im Bestand von ███ einen Text von Anu, um eine der mir namentlich bekannten Legasthenikerinnen zu nennen, die auf dieser deutschsprachigen Literaturplattform veröffentlichen, bin ich mir jetzt bewusst, dass jeder Korrekturvorschlag die Authentizität des Werkes antastet.
Wenn ich die Schauspielerin, die sich als Legasthene bekennt und in Hamburg gemeinsam mit einer Freundin ein beachtliches kreatives Kunstwerk schuf, in das sie sich selbst als Kunstfigur einbringt, hier namentlich anführe, so fragte ich sie zuvor um ihr Einverständnis. Ein Zeichen, wie weit entfernt wir von Selbstverständlichkeit sind, wenn es um Ausnahmen von der Norm geht. Ausnahmen von der Norm, von der wir wissen, dass sie Konsens ist, Wirklichkeit und nicht Wahrheit.

Alle die, die sich damit brüsten, zu wissen, was (große) Literatur ausmacht, sollten sich beim Lesen der Werke allgemein als Literaten anerkannter Kunstschaffender wie W.B. Yeats, Ernest Miller Hemingway, Agatha Christie, Edgar Allan Poe, Jules Verne und anderen vor Augen halten (vor Augen!), dass sie durch „Normale“ korrigierte = interpretierte Werke Legasthener lesen, Verzeihung, ihrerseits interpretieren.

„Jeder Mensch ist ein Künstler. Damit sage ich nichts über die Qualität. Ich sage nur etwas über die prinzipielle Möglichkeit, die in jedem Menschen vorliegt […] Das Schöpferische erkläre ich als das Künstlerische, und das ist mein Kunstbegriff." JOSEPH BEUYS

Ludwig Janssen, 26.1.2010

Links:

Mittwoch, 6. Januar 2010

Großschreibung oder kleinschreibung? Sprache!

Überrascht es, dass ein Mensch ein wertvolles Instrument seiner Sprache zu differenziertem Ausdruck aus der Hand geben möchte, um nicht seine Kaffeetasse absetzen zu müssen?

Wenig überraschend ist, dass manche Dinge von jedem Menschen neu entdeckt werden. So zum Beispiel das Laufen. Dabei gibt es im Grunde nur eine einzige Möglichkeit zu laufen, oder? Hm – da wäre das Laufen auf den Füßen, vorwärts, rückwärts, auf den Händen … Bei gelassener Betrachtung der Möglichkeiten dessen, was man gemeinhin Laufen nennt, scheint es mehrere Möglichkeiten zu geben, sich auf die so bezeichnete Weise fortzubewegen, an ein Ziel zu gelangen oder irgendwo hin.

Dann das Sprechen – jeder, dem es möglich ist, lernt es, entwickelt eine eigene Sprache, die nur wohlwollende Familienmitglieder verstehen, später dann eine, die im umgebenden Kulturkreis üblich ist, und noch später womöglich weitere Sprachen. Das soll, so ist man sich einig, von Vorteil sein, da man sich differenziert ausdrücken und auch Menschen verständlich machen kann, die nicht derselben Nation angehören, nicht im selben Land oder gar einem anderen Kulturkreis aufwuchsen.

Es heißt sogar, dass mit zunehmender Komplexität und daher größerem Differenzierungsvermögen der Sprache diese ein Maß für den Entwicklungsstand der Kultur sein soll, in der sie gebräuchlich ist. Da man mehr Dinge bezeichnen, feinere Unterschiede aufzeigen kann und artikulieren.

Sprache wird in Schrift transponiert. Aus dem Laut wird über eine bestimmte Zeichenfolge Wort. Mehr noch – die verbale Mitteilung, die als Schwingung der Luft vergänglich ist und beinahe virtuell, das Wort wird Ort.

Ein Ort, an dem man Bedeutung sucht, ein Ort, an dem man Bedeutung hinterlegt, ein Ort, der mit dem Lesen - im Gegensatz zur Dekohärenz, die unmöglich macht, dass eine einmal zu Ding materialisierte Quantenwolke sich wieder in eine Art Wolke zurückverwandelt - wieder Wolke werden kann, unbestimmt, und sich im Leser zu neuer, eigener Bedeutung fügt.

Die Bedeutung liegt nicht im Wort, aber je differenzierter ich meine Sprache in Wort und Schrift fügen kann, je reichhaltiger das Instrumentarium ist, das meine Kultur mir an die Hand gibt – um so differenzierter kann ich meine Sprache und somit mich ausdrücken. Meine Sprache und somit die Möglichkeit zu differenziertem Ausdruck wird größer, reicher.

Erstaunlich ist, dass Deutsche sich da über so etwas wie Groß- und kleinschreibung streiten.
Ein Volk, das mit seiner Großschreibung eine Besonderheit des Ausdrucks hat, die den Schreibweisen der Sprachen unserer Nachbarn abgeht.

Zunächst einmal zeigt eine kleine Wikiexpediation*, dass das mit der Großschreibung bei uns nicht immer so war, die Kleinschreibung eigentlich älter ist: Von der Schreibung nur in Großbuchstaben (Majuskeln), die aus dem Lateinischen herrührte, wurde unter Karl dem Großen umgestellt und alles in Kleinbuchstaben (Minuskeln) geschrieben. Kleinschreibung also, aha.
Zur Zeit des Barocks dann entwickelte sich die Großschreibung des Deutschen und breitete sich über Dänemark bis nach Norwegen aus, wo sie später wieder abgeschafft werden sollte. Auch in Deutschland war sie umstritten, und so klagte bereits einer der Brüder Grimm, ein Sammler, nicht Schreiber, über den Gebrauch großer Anfangsbuchstaben für Substantive.

Aber sie hielt sich, die Großschreibung. Zumindest in Deutschland und Luxemburg.

Die Bauhausbewegung (1925) wieder machte sich für die kleinschreibung stark. Es hieß:
: [zitiert bei WIKIPEDIA]„wir schreiben alles klein, denn wir sparen damit zeit. außerdem: warum 2 alfabete, wenn eins dasselbe erreicht? warum großschreiben, wenn man nicht groß sprechen kann?”


Auch kritische Publizisten der Weimarer Republik wie der später von den Nazis ermordete jüdische Professor Theodor Lessing** aus Hannover setzten sich für die kleinschreibung ein, die mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 erst einmal wieder vom Tisch war.

„Wir sparen Zeit.“
„Die Rechtschreibung wird einfacher“
„Warum groß schreiben, wenn ich nicht groß sprechen kann?“

Hm. Das sind Argumente, die heutzutage noch dankbarere Abnehmer finden, die sich um Rechtschreibung wenig scheren, die schnell tippen wollen oder schlichtweg zu träge oder faul sind, die Shift-Taste zu drücken, weil sie hierzu die Kaffeetasse absetzen müssten, aus der sie gerade nuckeln.
Hinzu kommt, dass viele Unsicherheiten in der Rechtschreibung kaschiert werden, wenn man kleinschreibt.
Ist das alles, was es zu kleinschreibung zu sagen gibt? Nein.
Andere wieder schreiben klein, weil sies schick finden. Und das nicht ohne Grund. Es gibt einige literarische Vorbilder, dies vormachen. Warum also nicht nachmachen? Schreiben wie der Österreicher Artmann, wie die Jelinek. Oder Heinrich Böll nachplappern, dass (zitiert bei Wikipedia)
eine Sprache weder an Informationswert noch an Poesie verlier[t], wenn sie von der Groß- zur Kleinschreibung übergeht.
.

Stimmt das, Herr Böll? Nein! Was ist mit den Hauptwörtern, der Großschreibung ihrer Anfangsbuchstaben – ich möchte nicht darauf verzichten, sie – und das ist ein überaus poetisches Moment unserer Großschreibung – ihr Haupt erheben lassen zu können – um sie sogleich und im passenden Moment zu schwächen und angst und bange werden zu lassen den Dingen, die ich soeben noch klar erhob, benannte, die Angst, die ANGST, die angst.

Ja! Und da ist die äußerst poetische Möglichkeit des Ausdrucks im Deutschen, über die kleinschreibung eine Sprache, die im Umgang, in der Bezeichnung klarer Verhältnisse sich der Großschreibung bedient, in eine Form zu bringen, in der Dinge ihre Kontur verlieren, Charakter, Halt …

eine sprache, die im umgang, in der bezeichnung klarer verhältnisse sich der großschreibung bedient, in eine form bringen, die den dingen kontur nimmt, charakter, halt …

Ich, ich Deutscher habe eine Schriftsprache, in der ich Dinge klein schreiben kann, wenn mir nach diesem Ausdruck ist – ich muss sie hierzu nur kleinschreiben. Das Schriftbild ist Teil meines Ausdrucks, ist Stilmittel, ist ein Instrument, das andernorts stumpf und unbekannt, da beliebig ist.

Diesen Vorzug meiner Sprache, die Schreibweise als Stilelement meines Ausdrucks nutzen zu können, werde ich nicht aus der Hand geben.

Sprache ist Stilmittel, Schrift ist Stilmittel, Schreibweise ist Stilmittel.
Sich über Großschreibung ODER kleinschreibung zu streiten ist das Geschwätz wenig phantasiebegabter Ahnungsloser.

Sprache, Ausdruck ist wesentlich wichtiger als solcher Streit. Es gilt, sich dieser Stilelemente und Möglichkeiten des Ausdrucks unserer Sprache bewusst bedienen - und seine Wahl auch vertreten zu können – wobei letzteres schön ist, wenn mans kann, aber nicht sein muss.

Überrascht es, dass Menschen lieber ein wertvolles Instrument ihrer Sprache zu differenziertem Ausdruck aus der Hand geben als ihre Kaffeetasse?

Nein. Es wird immer mehr Dilettanten geben als Könner. Doch unter den Menschen, die sich mit Sprache und Ausdruck beschäftigen oder gar daraus Kunst schaffen, wird man die nicht daran unterscheiden können, ob sie kleinschreiben oder der Großschreibung frönen, sondern an anderen Dingen, auch an solchen, die sie mit der ihnen durch unsere Sprache und deren unterschiedliche Schreibweise eröffneten Möglichkeiten aus Wort, Schrift und Sprache schöpfen, erschaffen.

Ludwig Janssen, 6.1.2010

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Literatur, Lesetipps:

* zum Thema auf Wikipedia

** Theodor Lessing zum Thema in der zeitschrift des bildungsverbandes der deutschen buchdrucker, berlin, 28. jahrgang, mai 1931, seite 124: die großbuchstaben werden verschwinden!

Samstag, 5. Dezember 2009

Kunst schreiben

Lite und Ratur sind zwei Weise
Lite denkt so und Ratur halt anders
so, anders und ganz, woanders
als Mücken im Bauch eines Sala
manders


Ludwig Janssen © 20.8.2009

Samstag, 7. November 2009

Anatol Knotek - DAS WORT als Material VISUELLER POESIE

(Essay)

Der Künstler Anatol aus Wien nennt seine Kunst "Visuelle Poesie" und erhebt das Wort aus dessen Funktionalität in die Visualisation dessen, was Ausdruck des Wortes ist, Wirkung, Bilder, die das Wort evoziert.

Sicherlich trifft das nicht immer auf Resonanz (Schwingungsgleichheit), doch selbst dann eröffnet sich die Chance, vertraute Denk(Strick-)Muster zu hinterfragen (aufzuribbeln) und einen roten Faden neu zu finden oder gar einen neuen Faden, daraus Erdenkliches zu fügen neuer Vorstellung.

Mich persönlich berührt das vor Allem, weil ich über das, was ich Piktolyrik nenne, vertraute Zeichen aus den ihnen zugewiesenen Käfigen der Legebatterien von Bedeutungs- und Lehranstalten befreie und sie in der Bildnis fremden Lesens aussetze, ihnen Gelegenheit gebe, auf ganz andere, eigene Weise wieder wOrt zu werden, beDeutung, wildes Wort.

Vor-Stellung.

Anatol stellt vertraute Worte vor, fügt sie und die ihnen in Handschriften verliehene Weichheit des Schwungs - somit das gestaltende Element des Zusammenwirkens von Hand und Psyche zu Bildern.

Literatur, zumindest ihr maßgebliches Agens, das Wort, trifft auf und schmiegt sich an und in Bildende Kunst.

Visuelle Poesie, konkrete Poesie, Spiel macht Ernst mit dem, was ein Wort aus(denDingen)macht und die Dinge zu Wort.

Ludwig Janssen © 7.11.2009

Anmerkung: Visualisation - bewusst, nicht falsch für Visualisierung oder Visualität

Externer Link zu einer beeindruckenden Seite im Netz: Der Künstler Anatol aus Wien nennt seine Kunst "Visuelle Poesie".