da, wo der Fluss
war Berg, war Tal
wird einmal Sonne sein
war Nichts
es war
und alles ist zugleich
da, wo ich stehe
stand ein Kelte
wird irgendwer einst steh’n
und war mit mir
gleichzeitig ist die Welt
Lyrische Prosa, lyrische Klangwelten, Slamtexte, Piktolyrik, Lyrik - das Wort, Sphüngs, Zirkelschneck und andere freischwurbelnde Absonderlichkeiten, grenz-
und kopfüber ...
Sonntag, 10. Dezember 2023
Zeitland
Montag, 12. September 2022
schnüren
schnüren ...
... irgendwann macht man sich auf und sucht, warum auch immer. fragen gibt es nicht, der schnee ist frisch, leises
knurspeln unter den sohlen das einzige geräusch. blauer vollmond - die sonne scheint. dann stößt man auf eine spur
und hält ein inne.
fest - und es zerfällt. da ist noch mehr. verwittert, so flüstert ein datum. frisch, raunt ein blinder seefahrer.
schnüren ...
... diese spur entlang und einen gedanken, den man sich nicht einzigartig denken kann, so vertraut die abfolge längst
verlorenen schreitens. flucht? kreisen? aufbruch? spur ohne witterung, bytes ohne duft, der eigene atem trügerisch
warm an kalten kristallen. die hielten nur die form. einzigartig. jedes menschen leben einzig, verwundbar.
schnüren ...
... blutstropfen. der fuchs hört ihr pulsen ...
Mittwoch, 22. Oktober 2014
Zeitlandschaften
Freitag, 11. Juli 2014
zu einst
Freitag, 2. Mai 2014
Zur Gegenwart
Sonntag, 27. Oktober 2013
Der Einst
Montag, 25. März 2013
Dazwischen: Die Zeitlandschaft eines Gedankens
Dass es die Gegenwart nicht gibt, davon schrieb ich bereits. Sie ist das zwischen Vergangenheit und Zukunft und eigentlich kann sie daher nicht dreidimensional sein, denn dann könnte man sie fassen. Allenfalls definieren lässt sie sich, indem man ein Stück Vergangenheit, eigentlich eher ein größeres, hernimmt und ein Stückchen Zukunft hinzudefiniert. Somit ergibt sich mit jeder Definition, die Gegenwart sicher zu fassen meint, eine umso größere Messungenauigkeit. Eine Ungenauigkeit, die sich mit der Näherung Gegenwart = 0 ebenfalls 0 annähert und mit dem Verzicht auf Gegenwart in der Gewissheit … verliert?, … findet?, … dass Gegenwart eine hypothetische Notwendigkeit bei der Konstruktion einer Aufenthaltsberechtigung im berüchtigten Hier und Jetzt ist. Man wahrt den Aufenthaltsberechtigungsschein und gibt sich gegenwärtig. Dass sich darum kaum wer groß Gedanken macht, den ich kenne, wusste ich schon.
Hm, ich ahne verständnislose Blicke, nachsichtiges Lächeln auf unschuldigen Lesermienen, die sich denken: „Yoah, wolln wa ma kucken, watt der olle Janssen da wieder zusammenbraut, muss man ja nich versteh’n, vielleicht isett lustig“ – dabei passiert euch Lesern auch nichts anderes. Genau JET… (schon vorbei …).
Wollte ich über die Gegenwart schreiben, genügten eigentlich die berühmten drei Punkte
Du fragst: Warum? Aus welchem göttlichen Zeigefinger ich mir das wohl gesogen habe? Aus der Gewissheit, dass wir Menschen Gefangene unserer Sinne sind. Die arbeiten mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung, die es unmöglich, hm, besser so: die es un-mög-lich macht, dass wir auch nur die Ahnung einer Chance darauf hätten, Gegenwart korrekt zu erkennen, jetz… (schon vorbei!)
Warum auch? Schließlich kommt doch alles schon später bei uns an, also viel zu spät, um noch Gegenwart sein zu können, genauer das, was allgemein als Gegenwart herbeidefiniert wird. Beweise? Ihr wollt Beweise? Hm.
Nehmen wir die Sterne. Wer sich unter dem Sternenhimmel aufstellt und so schön hach! nach oben schaut, sieht: Vergangenheit! Da kommen ständig Photonen an, die zum Teil schon zigtausende von Jahren unterwegs waren, und just in diesem Augenblick auf Zäpfchen und Stäbchen treffen, so gerade rechtzeitig, meint der Mensch, dass gegenwärtig. Dabei schauen wir, legen wir unseren Kopf in den Nacken, in eine vierdimensionale Landschaft hinein, die uns zweidimensional erscheint (alle Sterne so schön nebeneinander, los, Foto!), und was sich da von uns Dreidimensionalen dreidimensional erfahren lässt, ist - eine Vergangenheitslandschaft!
Die Sterne sind zu weit weg? Astrogeschwurbel? Hm, gut …
Wie schnell ist Licht? Was sehen wir andres, wenn nicht Licht, das von einer Leuchtquelle aus auf Dinge trifft, von denen reflektiert und auf unserer Netzhaut wahrgenommen wird? Wie schnell ist Licht? Nein, das ist keine Quizfrage, es reicht schon, das so gefragt werden kann, so gefragt wird, um sich klarzumachen, dass Licht keine Standleitung ohne Zeitverlust ist. Und da wird auch klar, dass wir mit dem Schall und dem Hören gar nicht erst anfangen müssen – auch nicht mit dem Fühlen, denn … (später).
Von der Sonne, dem uns nächsten Stern, bis zu uns braucht das Licht 8 Minuten – Vergangenheit kommt bei uns an und macht hell.
Wenn ich dir ganz nah komme und wir uns in die Augen schauen, so bei dreißig Zentimetern, das ist Angucken ohne Schielen, ist noch nicht Knutschen, ist genau die richtige Distanz für einen tiefen Blick in die Augen, da braucht das Licht eine Nanosekunde, da sehe ich also ganz schön frische Vergangenheit, du, hm, und dabei forschten wir vielleicht in unserem Blick gerade nach der Zukunft. Nach der Z…(schon vorbei …).
Ja, ja, ja, denkst du dir, dann ist Gegenwart eben genau dann, wenn das Licht aufs Auge trifft …
Nein.
In der Zwischenzeit ist’s ganz schön dunkel. Erst recht, wenn das ankommende und ja, ja, für sich (nicht aber für dich!) gegenwärtige Photon aus der Vergangenheit gerade aufschlägt. Ziemlich finster.
Und da sage noch einer, dass es die Zukunft sei, die im Dunkeln läge …
Warum: Zeitlandschaft eines Gedankens?
All das ist Zeitlandschaft. Zeitlandschaft, die sich auch im Kleinsten findet, so in unserem Lesen (siehe die vorangestellten Ausführungen zu Licht, Reflexion und Verzögerung), das in einem Wahrnehmen aufgeht, das selbst wieder nichts anderes ist als das Nachleuchten von etwas Vergangenem wie deinem Gedanken, unserem Denken: Da generiert etwas auf Quantenebene das, was wir Wahr-Nehmung definieren: Elektronen schubsen sich durch die Neuronen und all das ist spurlos verschwunden, wenn wir es uns vergegenwärtigen wollen oder gemessen … haben. Irgendeine Auswirkung von etwas Vergangenem ist, woran wir festmachen, was Wirklichkeit ist im Sinne von Wirkungslichtgleichzeitigkeit:
Das zentrale Eisenatom unseres Hämoglobins übrigens, jedes dieser winzigen Dinger, mit dem wir den Sauerstoff aus der Luft aufnehmen und das Kohlendioxid aus dem Körper heraustransportieren, war das letzte Element, das ein Stern vor Urzeiten noch zu Lebzeiten erbrütete, bevor er in einer Supernova unterging …
Vielleicht hat das All uns nur geschaffen, um sich anschauen zu können, doch hätte dazu auch ein Frosch genügt. Vielleicht nahm es sich vor, auch noch über sich selbst nachdenken zu können.
Nä, nä, nä, oller Janssen, jetzt hab’ ich dich, meinst du? Willst mir sagen, dass das All sich ja noch nichts denken konnte und also sich auch nicht vornehmen, als es das alles möglich machte und mit dem Big Bang auf den Weg brachte? Tja, mhm, gut … Wenn aber das All das nicht konnte, und du nicht und auch nicht ich – wer dann?
Nanosekunde = Milliardstelsekunde (1:1000.000.000)
Femtosekunde = eine millionstel Milliardstelsekunde
„200 Femtosekunden fürs Sehen“ – Detail aus „Vom Wimpernschlag zur Ewigkeit“ von David Labrador in „Spektrum der Wissenschaft“
(Der Text hatte seinen Anfang als "Auf einem Gedanken durch die Zeitlandschaft")