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Donnerstag, 12. November 2015

Ich kann nichts dafür … (Versteck der Unke)

... dass mein Blick in die Welt ein eigener ist und, wer ihm begegnet, den seinen nicht gespiegelt sieht, sondern vom Drehen der Dinge in mir, das, vielleicht, auch in ihm leise vor sich hin summt und wartet, erkannt zu werden.

Gerne wird angenommen, dass man in Dunkelheit nichts sieht - ich sehe nichts nicht, sehe das Versteck der Unke, wie sie sich klein macht, empfinde mit ihr wie mit allen literarischen Gestalten, die sich mir offenbaren und aus meinem Blick in die Welt hervortreten ins Licht der Öffentlichkeit eines lediglich vom Umfang her bescheidenen Kreises von Lesern, der sie willkommen heißt:

versteck der unke


was ist die unke leise heut
schmiegt schweigend sich
ins dlheit und freut sich auf
der sterne stilles drehen
auf wiedersehen ...


Ludwig Janssen © 11.11.2015

 

Montag, 31. August 2009

Mann mit Fischen

Im Lichte des Sommers
am Grunde des Sees
spielen seltsame Fische
sprühen wie Funken
auch paddeln Unken
durchs Grüne und sonniges Blau

Und wie ich so schau’
da kommen sie her
erzählen was war
was ist und was wär’
sein könnte im silbigen Weltenmeer
dann schlingen sie feine Kreise

Wie sie auf diese Weise einander
im Stillen sich fügen und lösen
seh’ ich wie im Traume und staune
da steigen sie auf
und schweben zuhauf
davon wie Seifenblasen

Einer der Fische heißt Ewigkeit
mit ihm fliegt ein Teil meines Namens
zu Orten, an die ich selbst nie gelang’
der andre aber macht: homo ludens
Im Lichte des Sommers
ein glücklicher Mann

Ludwig Janssen © 5.7.2005