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Donnerstag, 11. Mai 2017

Pulsen


Vor mir so weiß die Wand, so weit
das Land Phantasiens weich, bereit
das Linnen, Gedanken spinnen
schlingen sich und mein Sinnen
zum Kokon, spürst du ihn schon, dich
in ihm, mich um dich sicherlich
Würde ich das im Leben nie wagen

dir zu sagen, dass ich deinen Hals
jedenfalls spüren möchte an meinem
dort, wo die Schlagader pulst immerfort
das Leben seiner eigenen beben, los
gelassen so gerade eben, dass sie Zwie
sprache führten und wir, auch wenn
wir uns nicht küssten, wüssten nicht mehr

als das, was in unseren Ohren rauschte
mein Pochen lauschte dem deinen
dem feinen, das ich ahne unter Alabaster
weiß in diesem klopfenden Strang
deinen verletzlichen Hals entlang
heiß ginge dein Blut und alles wär’ gut
als wäre nichts gewesen als Umarmen
wär’ alles gut, einen Atemzug lang

Würde der dir genügen, wenn ich nur schriebe
nicht ahnend, was davon bliebe, ein wenig
reichen an deinen, den weichen, pulsenden
und sich aus deinem Bauch von deinem Lesen
meines Wesens her auch an mich schmiegen
wie gern ich es sagen wollte und nicht tat
könnte ich das verstehen, mich darin wiegen
… oder wär’ ich zu hart?


Ludwig Janssen © 21.6.2008

Sonntag, 23. April 2017

Hyperschnüper


Stütenblaub im Liqour quackt
mein Wasserhirn zu Hirnsebrei
setzt mitsche matsche Motsche frei
in schmopfgekerztem Wehgeweih

Meine Lunken rosten, rasseln
darin geigt ein Bronchienschleimchen
Röchelsang wie diese Reimchen
während Bröckchen aufwärts prasseln

Ach, so pollt die Allergie
mich zum unwirsch murren Wirr
das Aug' trant stier, die Nas' juckt stirr
und gchr elb verbirkt die Phantastie


Ludwig Janssen © 22.4.2009

Freitag, 9. Dezember 2016

Aphorismus zu Wort und Luft


Das Wort gleicht der Luft: Ist es in Bewegung, nimmt man es wahr, liebt – und fürchtet es. Dass man es atmet, spürt man erst, wenn es fehlt.

Ludwig Janssen © 19.3.2008


Samstag, 24. Oktober 2015

Omnipräsenz


Wohin soll das führen
Den Himmel berühren
Ist wie Gott suchen
der dich umgibt deine
Lungen füllt Atmen so
sind Ein und Aus der
Himmel und du
Ludwig Janssen © 24.10.2015

Montag, 14. September 2015

In mir der Tod

Er Tragen, er
trägt, mich und ich er

trage ihn in mir und durch
die Welt ertrage ich
bis er bereit ist zu Wand

lungen füllen sich seinem
Atmen ist meine Zeit
weise vor seiner und über
Gang der Dinge wie auch ich
eines bin zu seiner Zeit und

Vergangenhaut Sein werde
jeden Tag und Atem Zug
um Zug: Vogel am Himmel


Ludwig Janssen © 14.9.2015

Samstag, 18. Oktober 2014

Atemgespräch № 3

Ich

stoße dich aus und
schnappe nach dir und
ringe um dich und bin

außer dir

halte dich an und
lasse dich los und
schöpfe dich neu und

du setzt aus.

Ludwig Janssen © 22.8.2007

Samstag, 12. Juli 2014

Atemgespräch № 1

Kommen, Gehen, Kommen
aus dem Erdreich
aus dem Wasser
mit dem Sonnenlicht
aus dem Grün
ins Blau
ins Blut
in die Mitochondrien
ins Blut
ins Blau
ins Grün
in den Zucker
in das Erdreich
in das Wasser
Gehen, Kommen, Gehen.

Ludwig Janssen © 23.6.2007