| Abstand – wohl der größte Gewinn, den du dir erschließen kannst aus dem Entzug des Zugriffs auf die Möglichkeit, Texte zu veröffentlichen auf dieser Plattform keinVerlag. Am Tag eins nach der Sperre ist die Mail an den Webmaster raus, die Einsicht, dass auch der ein Mensch ist und das auch bleiben darf, ist nicht neu. Revue passieren lassen, was genau da eigentlich abging und welcher Gaul mit dir selbst durch: Alles im grünen Bereich, kann man aufrechten Hauptes abnicken, passt. Kein Bedauern. Auch nicht, was die Verfügbarkeit angeht. Deren größter Nachteil: Man kann noch lesen, was an Texten veröffentlicht wird: Rosinenbrot. Die vollmundige Selbstbeschreibung des Forums verkündet es jedenfalls. Die Fliegen darin sind den Rosinen wie immer zahlenmäßig voraus. Ich schmunzle. Da hatten sie eine Woche Gelegenheit, von meiner sie behelligenden virtuellen Präsenz befreit, anspruchsvolle Texte einzustellen, und, ergriffen sie diese Gelegenheit beim Schopf? Nein. Gelegentlich ein lesenswerter Text. Im Nichtschwimmerbecken jedoch die üblichen Arschbomben. Ob sie jetzt, da der Spiegel ihrer bösen Stiefmutter schweigt, bemerken, dass sie sich schon eine geraume Weile darin zu übertreffen suchen, den dämlichsten Texten des Forums ebenbürtige Texte zu verfassen? Es sieht nicht danach aus. Von den sich in geradliniger Pose liebenden Schandmäulern dieselben Schmierenkomödien. Sie feiern ihre bescheidenen, durchtriebenen Hinterforzigkeiten ab und klopfen sich anerkennend auf die Schulter. Dabei zittern sie, dass ihre Absichten unerkannt bleiben, versichern einander daher, Stippeföttche, dass man schon weiß, wer gemeint ist. Das Hinterteil zeigen. Eine nicht nur im Tierreich verbreitete Geste der Unterwerfung, böse Kräfte und Dämonen zu besänftigen. Was da wohl zerrieben wird? Die eigene charakterliche Kurzsichtigkeit, denn vorne will kaum einer der Protagonisten wahrhaben, welche Werte ihm hinten jedem Unbedarften offen sichtlich am Arsch vorbeigehen. Ich warte ein paar Tage länger, als die Sperre währt, dass die paar wenigen, die ihre Ergüsse an meiner virtuellen Präsenz auf keinVerlag festmachen, sich eines Besseren besinnen, also dessen, was sie zu sein sich vergewissern in Endlosschleife. Dass davon etwas literarisch aussickert. Fehlanzeige. Im Gegenteil: Gerade so, als wäre ihren schwachbrüstigen Phantasien die wesentliche Stütze abhandengekommen, drängen sie sich Halt suchend um den letzten phallischen Text des Forums. Offenbaren ihr intellektuelles Potential, abstrakte Begriffe wie Menstruationslyrik mit Geist anfüllen zu können statt mit Phrasen und kindischem Purzelgebaum. Reihenweise gehen sie dabei in die Knie. Bleiben stecken in postanaler frühpubertärer Lyrik. Albern rum. Sagte der Schmied: Auch gut. Wenns sie glücklich macht ... Abstand, der größte Gewinn. Mit Abstand zum Geschehen gewinnt man Übersicht. Gibt es auch jemanden, der noch eine Rechnung offen habe könnte mit dir und sich jetzt zurückhält? Ja, es gibt jemanden. Mehr als einen. Bedauerlich, dass auch die schweigen, für die man Partei ergriff, versuchte irgendwer sie vorzuführen oder ihnen intrigante Unwahrheiten unterzuschieben. Sie werden sich halt fürchten, selbst zur Zielscheibe revanchistischen Bashings zu geraten. Auch gut, meinte der Schmied. Betrachtet das entweder versonnen (oder unschlüssig oder peinlich berührt - weiß man ja nie genau) von der Spitze des Pavianfelsens auf die kreischende Hektik am Wassergraben spähender Alphamännchen. So ein Besuch im Kölner Zoo ist … mit Abstand … das Beste, was man unternehmen kann, wenn man Abstand gewinnen will, Abstand auch von der eigenen Disharmonie, die in vergleichbarem Maß, mit dem du dich auf literarisch intendierte und charakterlich demaskierende Missklänge keinVerlags einlässt, von dir selbst und der eigenen Sicht auf die Dinge Besitz ergreift. Du erkennst, dass du dich gefangensetzen ließest von ein paar Hanswürsten und deren Treiben, das dich eigentlich anwidert. Du erkennst, dass du kein Spiegel bist, kein Spiegel sein kannst. Weil du, reflektierst du ihre Dumpfheit und deren bösartige Auswüchse, dich veränderst, zum Schlechten. Du magst dich nicht. Warum nur immer wider dieselben Windmühlen? Letztendlich hast du dann im Rücken, was die antreibt. Und von genau dort agieren sie, weil sie sich fürchten, anders als hintenrum zu kommen. So ist doch eigentlich nichts weltbewegend Schlimmes daran, dass sich literarisch Unbedarfte an überkommenen Mustern orientieren, die ihnen Orientierung bieten und Sicherheit. Die Sicherheit, und solche Bestätigung brauchen sie, zumindest von einer Handvoll Gleichgesinnter angenommen und in ihren Augen ein Dichter von Wert zu sein. Was soll schlimm sein daran, die eigenen Störungen in liebevoll phrasierten Wortpäckchen zu entsorgen und dafür verständnisvolle, bestätigende Streicheleinheiten zu empfangen? So ist es rührend, wie sie einander stützen, helfen und aufbauen. Den frischen Streusel Schnittlauch loben, der die aufgewärmte Dose Latein würzt. Oder ein nett aufbereitet stinkendes Häufchen Lüge. Und die, die den HiFi-Stereotypen ihre hilfreiche Hand reichen zum High-Five oder auf den Rücken eines virtuellen trojanischen Pegasus‘, sind sie nicht die wahren Samariter deutscher Klitoradtourforen? Wahrscheinlich. All ihr seiner Agens enthobenes pädalogisches Geschick sublimieren sie in lobenswert aufopferungsvoller Hilfestellung am literarischen Reck. So leistet ein Forum wie keinVerlag sich eine kleine Sub-Community, die sich eigentlich herzlich wenig von so etwas wie der Idee einer Entwicklung des Schreibens der User KVs aufhalten lässt, sondern sich unmittelbar daran begibt, ihre Mitglieder als gute Menschen dastehen zu lassen. Überzeugend, zumindest im kleinen Kreis, wie man liest. Und, wie gesagt: unter Anderem, unter Anderen! Unter. Unter aller, aller und sich selbst Sau jagen sie einander sowie ihre fixen Ideen durchs Dorf. Spektakel. Daily Soap. Doch das eigentlich Wesentliche, das man im Kölner Zoo und vor dem Pavianfelsen verharrend erfährt und dass das Besondere am Abstand ist, den man gewinnt, wenn man gesperrt ist, ist, dass man den Pavianfelsen darin als Teil sieht und erkennt, dass dessen quirliges, selbstverliebtes Drehen um sich selbst und die Menschen auf der anderen Seite des Wassergrabens für das eigene Schreiben irrelevant sein sollte und dass es mit bereits einer halben Drehung dem Zoo und dem Ganzen zu an Bedeutung verliert. Bereits vor meiner Sperrung aufgrund einer ebenso empörten wie aufrichtig gemeinten Schmähung des meiner Ansicht pietätlosen Verhaltens eines Nutzers KeinVerlags und dessen geradliniger Dekompensation darob hatte ich damit begonnen, die Texte bestimmter Autoren nicht mehr zu lesen. Weil sie nichts Neues brachten. Weil sie sich in den immer gleichen Mustern verstrickten. Weil sie entweder Kassiber von Insidern für Insider darstellten oder sich in profanem Ringelpietz mit Anfassen verloren. Weil Kritik an ihren Texten verschwendet ist. Die zu ignorieren: Eine wirklich entspannende Übung in Selbstdisziplin. Weitere Texte auf KV zu veröffentlichen nehme ich mit dem Vorsatz auf, dies fortzusetzen und mich vom Pavianfelsen weg der Suche nach den Antilopen des Zoos zuzuwenden, der Suche nach dem Sphüngs, den ich aus den Augen verlor und der sicherlich nicht im Zoo zuhause ist. Sagte der Schmied: Auch gut. Essay zum Thema Eigene Welt Ludwig Janssen © 17.1.2013 |
Springvogel
Lyrische Prosa, lyrische Klangwelten, Slamtexte, Piktolyrik, Lyrik - das Wort, Sphüngs, Zirkelschneck und andere freischwurbelnde Absonderlichkeiten, grenz-
und kopfüber ...
Montag, 23. März 2026
Gesperrt. Auch gut, sagte der Schmied im Kölner Zoo.
Sonntag, 8. Februar 2026
Zwei am Meer
Dünung Bewegung ferner Stürme Schweigen
Wörter darin schwimmen schon lange nicht
mehr mein treiben Wolken salzige Luft landein
Wellenschlag verläuft flüsternd im Ufertraum
Schaum knistert Muschelschale wispert kaum
Tiefe Treibholz vergangener Schiffe landet an
dann Erzähltes zu deinen Füßen Horizonte
Ludwig Janssen © 8.2.2026
Dienstag, 16. Dezember 2025
Vom Gehen
Sonntag, 9. November 2025
Wo ist die Welt?
Eigentlich bin ich zu groß, so in mir drin und in all dem, was mich ausmacht und was ich mir denke und zu dem Bild gestalte, das ich klein falte, das ich innehalte, das ich mir von der Welt mache, in das hinein ich mich aus- und dann wieder anlache. In das ich mich füge - hinein und zusammen. Und dass ich sie mache, die Welt, die große, die weite Welt, die klein gefaltete und anderen groß aus mir heraus ausgebreitete Welt - sie passt nicht in mich hinein, die Welt. Denn sie ist voller anderer, denen es eigentlich genau so wie mir ergeht. Auch wenn ihre Welten, die sie in sich erstehen lassen aus ihrem Erkennen, Fühlen und Gestalten (Auch dieses Wort - so nah ist es an Falten, mit seinem ihm eigenen Klang - und wie oft schon wurde es und wird zu Gesang, Anfang und Beginn, ändert, verliert und gewinnt ... an Sinn.)
Eigentlich bin ich zu groß für diese Welt, weil ich mich an meiner eigenen, kleinen festhalte und mein Erkennen nicht über meine Sinne hinaus reicht.
Eigentlich ist das gut. Denn diese große, weite Welt aus den Welten anderer würde, ließe ich sie in mich hinein, mich auslöschen, mich mit sich fortreißen und verschlingen ohne Spur. Ohne Spur. Auch wenn das ist, was auf mich wartet, wenn diese kleine zu große Welt eines Tages ihren inneren Zusammenhang verliert und sich auflöst in dem, was man Sterben nennt: Ohne Spur zu sein. Was bleibt: Eine Spur, die endet. Ein Körper, der vergeht. Ein Geist, der noch eher vergangen sein wird als die Hülle, die ihn umgab und in die hinein er verortete, was er Welt nannte, ängstlich bedacht, sich nicht zu verlieren, an nichts und an niemanden. Vielleicht ist da ein Erinnern an mich, eines, das auch vergehen wird, eines, das ein Bild ist in eines anderen Welt.
Und vielleicht ist da auch das, was wir Seele nennen und dem ich, allein im Zimmer mit Gestorbenen, das Fenster öffnete auf einen vermuteten Weg zurück in ein angenommenes Zuhause. Denn diese Welt ist nicht mein Zuhause.
"... Salomo sprach: Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe? ..."1.Könige 8,27
... oder halt diese Welt, die ich mir erbaute oder die andere mir ausgeben als die ihre.
Wo ist die Welt? In mir, so wie mein Atmen, und dann auch wieder nicht, so wie mein Atmen es ist? Sie reicht auf jeden Fall weit über das hinaus, was meine Sinne mir lassen. Und doch bin ich zu groß für sie, weil ich viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt bin. Und die Welt, dieses Universum ist zu groß, als dass wir Gott darin erkennen können, in dem alles ... ist.
Freitag, 20. September 2024
Schattensaiten
was schwingt in dir so dunkelblau
und summt in tiefen Terzen dich
dass du so jung vom Abschied weißt
von dünnem Eis, das Leben heißt
trägt dich zu mir ein Bogenstrich
in meine Brust, du kleine Frau
spannst dich hin mir, auch dem Bogen
dem du das Streichen lässt und mich
rührt aus deinem Spiel mein Wissen
an ums Sterben und von Küssen
voll alles Klingen lediglich
Vögel, die nach Süden zogen.
Dienstag, 4. Juni 2024
So leicht und doch so schwer
Ein Buckelwal wiegt ungefähr 30 Tonnen und würde unweigerlich aus dem Blau des Himmels zu Boden fallen. Hoffentlich ins Meer. Ein Kubikmeter Schönwetterwolke besteht aus einem Gramm Wasser. Somit zieht mit jeder mittelgroßen Schönwetterwolke das Gewicht eines Buckelwals über uns hinweg.
Aus winzigen Tröpfchen Wassers und jeder Menge freien Raums dazwischen bestehend, fällt die Wolke nicht wie ein Wal aus dem Himmel, sondern, wenn überhaupt, als Regen. Bleibt über lange Zeit in der Schwebe. Zieht, uns scheinbar unerreichbar weit und amorph, mit dem Wind.
Was mag uns, einer Wolke vergleichbar, zugleich fern wirken, leicht und doch unsagbar gewichtig sein? Was regnet irgendwann zu Boden?
Gestern Mittag lag ich bei schönstem Sommerwetter auf einer Wiese und sah über mir den Traum eines Buckelwals mit dem Blau des Himmels ziehen. Ich schaute ihm lange nach und mit der Zeit verlor sich die Wolke. Wahrscheinlich war der Wal aufgewacht, dachte ich mir. Gestern Abend ging ich barfuß im Regen spazieren und es waren die Träume mir fremder Menschen.
Ludwig Janssen © 4.6.2024
Da ist was im Anzug
Wie schon vor langer Zeit erzählt, hatte sich Ratur Lite auf den Weg gemacht, das Glück zu suchen. Seine neueste Errungenschaft war ein wundersamer Anzug, den er an einer Korbweide hängend gefunden hatte. Kaum, dass er ihn angezogen hatte, fühlte er sich eins mit der Natur.
Die Jacke strahlte an Schultern und Kragen himmelblau, darunter changierten Grau- und Weißtöne wie Regentage. Die Hose erinnerte an Pfützen und tropfnasses Gras. Die Weste schimmerte in den Farben eines Sommertags. Dazu trug Herr Lite einen schwarzen Hut mit breiter Krempe.
Schuhe? Nein. Herr Lite hatte die Hosenbeine umgeschlagen und lief barfuß. Das erdete ihn. Heute war ihm ein wenig blümerant zumute. So ein Kribbeln. Unterm Hut knisterte es. Und als er den Hut lupfte, um einer Kuh einen guten Tag zu wünschen, schaute die erschrocken.
Denn unterm Hut britzelten winzige Lichtblitze durch die Haarspitzen.
"Nanu?", dachte die Kuh.
Ratur Lite wünschte ihr einen guten Tag und ging seines Wegs. Der führte ihn weg von der Weide mit der Kuh hin zum Horizont. Ratur hörte noch wie die Kuh "Ein Gewitter ist im Anzug!" rief. Er sah, dass die Kuh sich an die Brust griff, ein schwarz-weißes Etui hervorzog und diesem eine Sonnenbrille entnahm, die sie sich auf die Nase setzte.
"O...ha", dachte Ratur. Aus einer früheren Erfahrung wusste er, dass bald ein Blitz einschlagen würde. Im Anzug rumorte es, das Himmelblau der Schultern hatte sich zu tiefem Grau verloren und Böen blähten den Anzug auf, dass der nur so schlackerte und flatterte um Raturs Gestalt wie eine Fahne im Sturm.
Unterm Hut tobten Lichtbögen durchs Haar. Das kitzelte und britzelte, nicht auszuhalten. Als es Ratur Lite zuviel wurde und er den Hut vom Kopf riss, stand er in grelles Licht getaucht, und beratend krachender Donner hüllte ihn ein.
Doch ebenso schnell, wie das Gewitter in den Anzug gelangt war, legte es sich wieder. Ratur seufzte, tat einen tiefen Schnaufer und patschte durch Pfützen und nasses Gras. Der Anzug passte ihm wie angegossen und in der Ferne erkannte er noch, wie die Kuh die Sonnenbrille absetzte und wieder einschob.
"Alles wird gut", sagte er sich, setzte den Hut auf und machte sich wieder auf die Suche nach dem Glück.
Mittwoch, 15. Mai 2024
Odessa und Gaza
Odessa und Gaza. Vor 10 Jahren, am 2. Mai, brannte in Odessa ein Gewerkschaftsgebäude, darin pro-russische Aktivisten. Im TV sah ich davor Menschen, von denen die einen Molotow-Cocktails warfen, die anderen Hilfe leisteten. Ein Sprecher beschrieb die beiden Modi, aus denen heraus die Menschen derart unterschiedlich handelten. Die einen seien im Kriegsmodus und feierten die Vernichtung eines Feindes, die anderen seien im Friedensmodus und sahen Menschen in Not, denen sie helfen wollten.
Erinnere ich mich an die Bilder vom 7. Oktober 2023 aus Israel und sehe die aktuellen vom Krieg der israelischen Armee gegen die Hamas in Gaza, fühle ich mich an den Bericht aus Odessa vom 2. Mai 2014 erinnert: Die Terroristen, selbst von Müttern geboren, als Kleinkind von Schwestern umsorgt, sahen in ihrer von Hass erfüllten Verblendung in ihren Opfern nicht Mütter, Kleinkinder und Schwestern, sondern, Kriegsmodus, Feinde, die es zu schänden, demütigen, zu vernichten galt. So auch die Menschen in Gaza, die auf zur Schau gestellte getötete Israelis einschlugen. Ich weiß nicht, wer die Hamas darin bestärkte, auf diese Weise Israel zu zwingen, zurückzuschlagen und den Krieg und Soldaten im Kriegsmodus in ihre Heimat Gaza und über die Menschen zu bringen, die ihre Mütter, Schwestern, Kinder sind. Ich sah die Terroristen der Hamas nicht die Waffen strecken, ihre Geisel freilassen und so den Krieg von ihren Mitmenschen abwenden. Ich sah sie sich unter ihrem Volk verstecken und sie als lebenden Schutzschild und ihr Leiden und Sterben als Anklage Israels missbrauchen. Zeit für den Friedensmodus? Es wird Zeit dafür, in den Menschen Gazas nicht Schutzschilde eines Feindes zu sehen, den es zu zerschlagen gilt, sondern Mütter, Kinder, Schwestern, die man, herrschte Frieden und wären es die eigenen Familien, nicht gern in Gefahr sähe, von Bomben zerfetzt zu werden oder Hunger zu leiden.
Ob es Israel gelingt, zu einem Friedensmodus zu finden und in den palästinensischen Zivilisten Gazas Menschen zu erkennen, die Schutz und Hilfe brauchen? Es ist nicht Israel, es sind die Menschen Israels, die die Chance haben, sich den Schutzbedürftigen barmherzig und helfend zu zeigen und, vielleicht, den sich immer wieder erneuernden Hass zu durchbrechen.
Zeit für den Modus Vivaldi. Zeit für Zitronenfalter.
Ludwig Janssen © 15.5.2024
https://springvogel.blogspot.com/2014/05/ukraine-krieg-und-frieden-als-menschen.html
Sprüche 21,2: Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, / doch der Herr prüft die Herzen.
Dienstag, 14. Mai 2024
Wie ist das Universum klein
Ach, wie ist das Universum klein
passt in meinen Kopf hinein, geht
dort lächelnd aus, kehrt schweigend ein
hat sich, so zwischen meinen Ohren
noch nie verloren, so wie ich mich
in einem jeden seiner Lieder, die
schaue ich auf zu seinen Sternen
mich erfüllen, von mir entfernen
aus all den mir vertrauten Dingen
lösen, wieder heimwärts bringen
und auf einmal ist es riesengroß
wie mein Staunen, lässt mich los
atmet mich ein und schweigt mich aus
ein kurzes Leben lang ein Mensch
zu sein, ach, ist das Universum klein
Ludwig Janssen © 14.5. 2024
Dienstag, 7. Mai 2024
Wenn ich das Licht ausschalte
Ihr wartet schon so lange Zeit
das ist wenn ihr mit mir seid
und ich fürchte ich nicht an
euch denke seid ihr bereit mich
einzuhüllen in euer dasein mit
zu nehmen in eure Arme die
warten dass ich das Licht aus
knipse und mitten in dir Dunkel
sitze dich Stille in den Ohren nein
fühle ich mich nicht verloren mein
Sinnen höre ich Gedanken spinnen
an einem von ihnen hänge ich kann
fliegen Spinnlein im vergehenden
Sommer mit dem letzten warmen
Abendwind müdes Lachen leise
meine Reise beginnt wenn ihr beide
ohne mich seid und ich nicht mehr
liege in eurem warmen Umarmen
mein Sinnen und Spinnen euch gilt
all mein Loslassen angekommen ist
Ludwig Janssen © 7.5.2024