Samstag, 18. Juni 2022

Gedanke zum Thema Untergang

Ich trage so viel Ernst in mir, das halte ich bald nicht mehr aus. Wenn ich da nicht hin und wieder einen Kopfstand mache, und den schaffe ich physisch nicht, reißen meine Mundwinkel, mit denen ich mir den Ernst der Lage hin und wieder von der Seele nach oben ziehe. Dann blieben sie hängen und ich liegen, gäbe es keine Gezeiten mehr, das Ernst würde mich fluten, die nährenden Fische darin fräßen den Fischer (und nicht seine Frau) - und was noch schlimmer wäre: Es wäre mir egal …

Ludwig Janssen © 20.9.2007

Sonntag, 5. Juni 2022

Die Aberginge

Tüdelüt!, die Aberginge
singt oben auf dem Dach
vom Duft der frischen Kaffeebohnen
und hält mein Lächeln wach

Da findet mich der Schlafengähn
und meint, er warte noch
Eigentlich sei es zu spät
die aber ginge noch:

Tüdelüt!, die Aberginge
singt auf der Fensterbank
Ich treibe in der Hitzewelle
fühle mich schlapp und krank

So findet mich der Abender
meint, es ginge doch
Als ich zerfließe, höre ich
die Aberginge noch.

Ludwig Janssen © 21.7.2006

Daphne und der Wasserfloh

Hallo, Daphne! Wo?
Hier unten! Ach, so ...
mit Wasserfloh, und so
flossen die Farben, oh
Daphne, wir sind so
oh, oh, o Daphne, jo

Samstag, 7. Mai 2022

Schweigen an Wänden

Ob wohl das Schweigen an Wänden ein Astralkörper ist Existent, jedoch unsichtbar? Angeschwiegen schmiegen der Körper und das Schweigen darin sich genügend an. Weiß grünes Schild mit Not: Ausgang Exit, the End, Unsicht. Bar die Wand des Schweigens, eigens hinzu gedacht ein Fenster


Ludwig Janssen © 7.5.2021

tenuto

Ich habe:
ein Wort

Klangbild zugleich
mit Wind darin, gehauchtem,
genug, dass der Anfang trägt

Auf Gänsefüßchen
kommt es daher
schwingt schwanengleich
mit sechs Punkten Anlauf
sich dir und mir
aus harten, eckigen Klammern
in alle Sinne

Überschwang und Staunen
rollt weich
von der Zunge:

“…[Vogel]…“


Ludwig Janssen © 10.1.2006