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Samstag, 17. Dezember 2016

Pflaumenwickler



In einer Pflaume wohl verwahrt
aalt sich ein weißes Kerlchen

Sie schwillt zu süßer Saftigkeit
er wächst mit ihr und macht sich breit
doch bürstet er, voll Zärtlichkeit
mit seinem Kamm die pralle Frucht:

Home, sweet home, sweet Pflaume, du
Raupentraum im Pflaumenbaum

warst eine Wiege wunderbar
summt Cydia funebrana
lässt hinter sich, was köstlich war
sich zu verwandeln ganz und gar:

Ein flatterhafter Flitterfalter
taumelt zwischen Pflaumen
Ludwig Janssen © 2.9.2007

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Sequenz ... mit Sehen darin und einem Nachtfalter


Ich sehe nach und nach, habe gerne das Nachsehen und werde mich vorsehen, weil alles Sehen doch letztlich ein Schmetterling ist, vor allem das Einsehen, ein grauer Falter, Nachtschwärmer bei Tag vielleicht, dem all die fehlende Einsicht bläuliches Schimmern verleiht, solange er, die Flügel geschlossen, auf einem sonnenbeschienenen Fleckchen Welt verweilt.


Ludwig Janssen © 1.12.2011

Montag, 12. Dezember 2016

Apfelwicklers Nachtgesang




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Ludwig Janssen © 22.5.2009

Pastiche, in enger Anlehnung an "Fisches Nachtgesang" von Christian Morgenstern

Freitag, 23. August 2013

Nachtfalten

Ein Totenköpfchen schwärmte p°mm
wider meine Fensterscheibe
suchte es nach einer Bleibe
wie auch immer, ich sprach: Komm 

in mein Zimmer, du Sphingide
suche dir ein schönes Plätzchen
du nachtbepudert mattes Schätzchen
Dass sie auf meiner Schulter bliebe 

sprach Atropos da und war
Totenkopf an meinem
vom Strömen der Carotis feinen
Puls gewiegt Acheron nah

Ludwig Janssen © 29.7.2010

Samstag, 26. Januar 2013

O Wunder ...

Letzte Nacht flatterte ein Haus zum Fenster hinein, ein kleines, ein Häuschen ... knusper, knusper, Mäuschen ... Das Licht brannte, in den Zimmern goldgelbes Flimmern, setzte sich auf die Fensterbank, die Primel, Gefriemel setzte ein und Raspeln, im Primeltöpfchen das Haus, ein Köpfchen, schaute heraus aus der Tür, sagte mir: Guten Abend, ich bin ... so frei ... Wer er denn sei, fragte ich den, der da nagte, an meiner Blume, meinem Eigentume, meinem Blümchen, eigentümlichen Raspelzüngchens Jüngchen ... da erkannte (noch bevor seinen Namen er nannte) ich den Nachtschneckerling, mein zirkellucides Träumen, sein Schäumen und Knispern, Wispern flogen, zogen dem Sommer entgegen ... - und: aus.

Verlassen des Zirkelschnecks Versteckspiel, sein Haus. Zum Fenster hinaus mit meinem Sinnen, Neubeginnen, Entrinnen und allen gangbaren Wegen flog mein Herz, sich dem Mond in die Sichel zu legen. Flog, flatterte ... fling, fling ... Vom Blau der Nacht nippt ein Nacktschneckerling ...

Ludwig © Janssen 26.11.2012