Posts mit dem Label warten in emmaus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label warten in emmaus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 28. September 2020

Ein wahrhaftiger Anlass zu Niedergeschlagenheit

Mir war so, als ob.

Er war unbemerkt aus dem mir gewohnten Irgendwo an mich heran getreten und legte mir seine Hand auf die Schulter. Ich wandte mich um, lächelte in seine Milde und hörte ihn sagen: "Du, Ludwig, ich brauche ...", mein Herz ging auf, "... dich nicht", verkrampfte, "... mehr.",
ließ mich zurück im Zweifel, ob er wohl jemals hatte, mich oder irgendwen.

Warten.
Oder gehen:

Emmaus.
Übermorgen.


Ludwig Janssen © 10.4.2009

Samstag, 3. September 2016

… Licht.


Sturm über einer Insel
Dachpfannen Gewinsel oder
Pfeifen hört man den Wind
unter sie greifen, sie fort
locken, „… sollen dich warten
… singen dich ein“, irgendwann
fällt eine darauf rein und in
den Garten

Derweil tanzen See und Wolken
ihr Komm! und Wartet! da
zwischen: Regen und in einem
Haus mit Ziegeldach brennt


Ludwig Janssen © 3.9.2016

Montag, 1. April 2013

Warten in Emmaus

Zehn Uhr. Dieser Morgen ist jung, frisch, mit einer juvenilen Sonne, die zwar helles Licht spendet, aber wenig Wärme.

Soeben ging die Karfreitagsprozession hier vorüber, Vater Unser vorm Fenster, mit Ave Maria dann weiter den Berg rauf zum Kreuz mit der vergoldeten Christusfigur daran.

Das Dorf liegt still.

Wäre dies ein literarisch motivierter Text geringer Güte, würde ich jetzt einen Hund bellen lassen, irgendwo, doch da bellt keiner.

Das liegt an den neuen Fenstern. Dreifachverglasung, schall- und wärmeisoliert. Weder die sich nähernde Prozession nahm ich wahr, noch höre ich einen Fitzel des Vater Unser.

Ich frage mich, ob das bei Dreifachturnhallen ähnlich ist mit der Schall- und Wärmeisolierung und ob man, wenn man darinnen ist, von der Außenwelt auch nichts mitbekommt bis auf die, die hinein kamen. Also Turner und zahlende Zuschauer. Die merken dann gar nicht, dass still ist, eigentlich. Und eigentlich wieder nicht.

Denn letztlich ist Stille, die aus Isolierung herrührt, eine andere Art ohrenbetäubenden Lärms.

Es ist, wie es ist.

Heilige Dreifaltigkeit. Wie um Himmels Willen kam mir jetzt die in den Sinn? Durch die Dreifachverglasung hindurch, mitten in der Dreifachturnhalle, am Reck, Felgaufschwung, ums Verrecken nicht, ich schaue mir dabei zu und knülle dabei in meiner Hosentasche die Eintrittskarte, mein Leben.

Es ist, wie es ist.

Passion.

Passion, es wird an der Passion gelegen haben. Auch, dass ich da durch muss. Durch jede? Wohin lief ich, wenn nicht hinein in die nächste, wenn ich die erhofft letzte verließ? Ich lief voraus. Voraus laufe ich, selten voran.

Ich freue mich auf meinen Emmaus-Spaziergang am Ostermontag und dass ich an dessen Abend, so hoffe ich am Reck, durch alle Dreifachisolierung hindurch ein neues "Was sucht ihr ..." empfangen haben werde, das trägt. 

Denn mir ist im Voraus doch immer wieder so nach Sterben und 

"Bleibe bei uns. Es will Abend werden. Der Tag hat sich schon geneigt."  

Die Prozession ist längst zu Ende, die Leute aus dem Dorf gingen an meinem Fenster vorbei, heim.

Servus!

 Ich bin dann schon mal vor, nach Emmaus.
Ludwig Janssen © 2.4.2010


Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Evangelium nach Lukas 24,5).

"Bleibe bei uns. Es will Abend werden. Der Tag hat sich schon geneigt." (Evangelium nach Lukas 24, 13-35)