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Montag, 21. Januar 2019

Heute ...

ist, was ich abstreife, jeden Tag für Tag mein Tagwerk Wirken zwischen Sonnen aufgang und Untergang der Dinge, ich gehe ihn, gehe hindurch und durch trage ich wieder ein Heute, meine Haut bis es kein Morgen mehr gibt Hoffnung auf Schmetterlinge.


Ludwig Janssen © 4.11.2018

Samstag, 17. Dezember 2016

Pflaumenwickler



In einer Pflaume wohl verwahrt
aalt sich ein weißes Kerlchen

Sie schwillt zu süßer Saftigkeit
er wächst mit ihr und macht sich breit
doch bürstet er, voll Zärtlichkeit
mit seinem Kamm die pralle Frucht:

Home, sweet home, sweet Pflaume, du
Raupentraum im Pflaumenbaum

warst eine Wiege wunderbar
summt Cydia funebrana
lässt hinter sich, was köstlich war
sich zu verwandeln ganz und gar:

Ein flatterhafter Flitterfalter
taumelt zwischen Pflaumen
Ludwig Janssen © 2.9.2007

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Sequenz ... mit Sehen darin und einem Nachtfalter


Ich sehe nach und nach, habe gerne das Nachsehen und werde mich vorsehen, weil alles Sehen doch letztlich ein Schmetterling ist, vor allem das Einsehen, ein grauer Falter, Nachtschwärmer bei Tag vielleicht, dem all die fehlende Einsicht bläuliches Schimmern verleiht, solange er, die Flügel geschlossen, auf einem sonnenbeschienenen Fleckchen Welt verweilt.


Ludwig Janssen © 1.12.2011

Montag, 12. Dezember 2016

Apfelwicklers Nachtgesang




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Ludwig Janssen © 22.5.2009

Pastiche, in enger Anlehnung an "Fisches Nachtgesang" von Christian Morgenstern

Mittwoch, 29. Januar 2014

Januartraum eines Zitronenfalters



Zitronenfalter sind langlebig, überwintern - und taumeln als erste Frühlingsboten über die Wiesen, wenn, ja, wenn sie den Winter überlebten.

Montag, 27. Januar 2014

Sequenz … mit einem Schmetterlingshaus


Ich frage mich, ob ich dich dort finden würde, vertieft in Lauschen. Einem, in dem man die Stille sich bauschen hört, ungestört … F … f … f …alter Gestalter phonetischer Phantasie und du inmitten knospendem Innerkreisen auf einer der Reisen in den Klang von wOrten, Insel einer sich in und aus deiner Ohrmuschel neu schöpfenden Welt, du barfuß unterwegs auf dem Schlag ihrer Flügel unter deinen geschlossenen Lidern.

Ludwig Janssen © 27.1.2014

Montag, 2. Dezember 2013

Eine Dose Wort

Eine Dose Wort:

flunderwunder 

Wird man mich
orten können
in worten

in schwärmen
silbriger fische
wärme und riefe
wer in die tiefe
worte hinab
worte nach mir

worte


nach


mir

ich antwortete nicht
aus dem schiffe
im riff riefen fische
auf fragen

worte verorten worte
orten verorten ver              orten
verworten ver worten
verwerten ver werten
wehrt dem verwerten
wehrt den verwertern


orten können
aus worten können
fische aus worten
aus worten fische:

worte

.

worte


.


worte

Und über allem wellen, allen qualen
allen quallen quellen worte wieder
die ich erwidere, gefiederte wiederworte
wunder winden sich aus wunden
verwundeter flunderworte:

über allem vlinderfinder
auf die kinder wie vlinder warten
im garten, finger spitzen gefühl
flaschengrün wie verwunschene seen
und im flaschengrün blaue briefe
mit fischen aus fernlichter tiefe:


vlinder flunder wunder schön



Matjestät Janssen © 17.9.2008

Montag, 25. Februar 2013

Ein schöner Mann (vlinderflunderwunderschön)

Du, die du meine Stimme kanntest, mich schön nanntest
die mir Geschichten schrieb, in denen ich wahr wurde
und leicht, und ich, der Flunder, zu einem Vlinderwunder …
Auf der Suche nach Tiefe am Grunde des Meeres fand
dein Verstand mich und hob mich ins Licht, mein dunkles
Flaschengrün ließt du an deinem Himmel ziehn und zeigtest
indem du dich zu mir neigtest – dass die Tiefe über mir war,
klar, und mir Himmel war, zu dem ich nicht aufschaute, weil
ich mich nicht raus traute – aus meiner Suche nach Sinn, tief
in mir drin, dabei ist in Gefühlen wie in Schlamm wühlen
dem kann man sich einverleiben und darin stecken bleiben.
Doch du hast mich gesehn und meintest, ich sei wunderschön.
Ich lachte und dachte, du würdest spinnen, doch was du sahst
war nie mein Außen, war mein Innen, das Singen meiner
Worte an virtuellem Orte - es sei, sage ich nun, mache mich frei
von dem Wissen, um zu fliegen ein Vogel sein zu müssen
und bin …: einfach - und so, wie du mich gesehn: Ja ich bin


                         vlinderflunderwunderschön

Und auch, wenn du jetzt schweigst und dich nicht mehr zeigst
neigst du doch immerzu dich mir zu und das Schöne
das sich dir auftat in meinem Schreiben wird dir bleiben
und mir bleibt das Wissen kein anderer sein zu müssen
als der, der ich bin – mit deinem Namen in meinem Sinn.

Ludwig Janssen © 24.12.2008