Ludwig Janssen © 4.11.2018
Lyrische Prosa, lyrische Klangwelten, Slamtexte, Piktolyrik, Lyrik - das Wort, Sphüngs, Zirkelschneck und andere freischwurbelnde Absonderlichkeiten, grenz-
und kopfüber ...
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Montag, 21. Januar 2019
Heute ...
ist, was ich abstreife, jeden
Tag für Tag mein Tagwerk
Wirken zwischen Sonnen
aufgang und Untergang
der Dinge, ich gehe ihn, gehe
hindurch und durch trage ich
wieder ein Heute, meine Haut
bis es kein Morgen mehr gibt
Hoffnung auf Schmetterlinge.
Samstag, 17. Dezember 2016
Pflaumenwickler
In einer Pflaume wohl verwahrt
aalt sich ein weißes Kerlchen
Sie schwillt zu süßer Saftigkeit
er wächst mit ihr und macht sich breit
doch bürstet er, voll Zärtlichkeit
mit seinem Kamm die pralle Frucht:
Home, sweet home, sweet Pflaume, du
Raupentraum im Pflaumenbaum
warst eine Wiege wunderbar
summt Cydia funebrana
lässt hinter sich, was köstlich war
sich zu verwandeln ganz und gar:
Ein flatterhafter Flitterfalter
taumelt zwischen Pflaumen
aalt sich ein weißes Kerlchen
Sie schwillt zu süßer Saftigkeit
er wächst mit ihr und macht sich breit
doch bürstet er, voll Zärtlichkeit
mit seinem Kamm die pralle Frucht:
Home, sweet home, sweet Pflaume, du
Raupentraum im Pflaumenbaum
warst eine Wiege wunderbar
summt Cydia funebrana
lässt hinter sich, was köstlich war
sich zu verwandeln ganz und gar:
Ein flatterhafter Flitterfalter
taumelt zwischen Pflaumen
Ludwig Janssen © 2.9.2007
Donnerstag, 15. Dezember 2016
Sequenz ... mit Sehen darin und einem Nachtfalter
Ich sehe nach und nach, habe gerne das Nachsehen und werde mich vorsehen, weil alles Sehen doch letztlich ein Schmetterling ist, vor
allem das Einsehen, ein grauer Falter, Nachtschwärmer bei Tag vielleicht, dem all die fehlende
Einsicht bläuliches Schimmern verleiht, solange er, die Flügel geschlossen, auf einem
sonnenbeschienenen Fleckchen Welt verweilt.
Ludwig Janssen © 1.12.2011
Montag, 12. Dezember 2016
Apfelwicklers Nachtgesang
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Ludwig Janssen © 22.5.2009
Pastiche, in enger Anlehnung an "Fisches Nachtgesang" von Christian Morgenstern
Mittwoch, 29. Januar 2014
Januartraum eines Zitronenfalters
Zitronenfalter sind langlebig, überwintern - und taumeln als erste Frühlingsboten über die Wiesen, wenn, ja, wenn sie den Winter überlebten.
Montag, 27. Januar 2014
Sequenz … mit einem Schmetterlingshaus
Ich frage mich, ob ich dich dort finden würde, vertieft in
Lauschen. Einem, in dem man die Stille sich bauschen hört, ungestört … F … f …
f …alter Gestalter phonetischer Phantasie und du inmitten knospendem Innerkreisen
auf einer der Reisen in den Klang von wOrten, Insel einer sich in und aus
deiner Ohrmuschel neu schöpfenden Welt, du barfuß unterwegs auf dem Schlag
ihrer Flügel unter deinen geschlossenen Lidern.
Ludwig Janssen © 27.1.2014
Montag, 2. Dezember 2013
Eine Dose Wort
Eine Dose Wort:
nach
mir
vlinder flunder wunder schön
flunderwunder
Wird man mich
orten können
in worten
in schwärmen
silbriger fische
wärme und riefe
wer in die tiefe
worte hinab
worte nach mir
worte
orten können
in worten
in schwärmen
silbriger fische
wärme und riefe
wer in die tiefe
worte hinab
worte nach mir
worte
nach
mir
ich antwortete nicht
aus dem schiffe
im riff riefen fische
auf fragen
aus dem schiffe
im riff riefen fische
auf fragen
worte verorten worte
orten verorten ver orten
verworten ver worten
verwerten ver werten
wehrt dem verwerten
wehrt den verwertern
orten können
aus worten können
fische aus worten
aus worten fische:
worte
.
worte
.
worte
Und über allem wellen, allen qualen
allen quallen quellen worte wieder
die ich erwidere, gefiederte wiederworte
wunder winden sich aus wunden
verwundeter flunderworte:
über allem vlinderfinder
auf die kinder wie vlinder warten
im garten, finger spitzen gefühl
flaschengrün wie verwunschene seen
und im flaschengrün blaue briefe
mit fischen aus fernlichter tiefe:
orten verorten ver orten
verworten ver worten
verwerten ver werten
wehrt dem verwerten
wehrt den verwertern
orten können
aus worten können
fische aus worten
aus worten fische:
worte
.
worte
.
worte
Und über allem wellen, allen qualen
allen quallen quellen worte wieder
die ich erwidere, gefiederte wiederworte
wunder winden sich aus wunden
verwundeter flunderworte:
über allem vlinderfinder
auf die kinder wie vlinder warten
im garten, finger spitzen gefühl
flaschengrün wie verwunschene seen
und im flaschengrün blaue briefe
mit fischen aus fernlichter tiefe:
vlinder flunder wunder schön
Matjestät Janssen © 17.9.2008
Montag, 25. Februar 2013
Ein schöner Mann (vlinderflunderwunderschön)
Du, die du meine Stimme kanntest, mich schön nanntest
die mir Geschichten schrieb, in denen ich wahr wurde
und leicht, und ich, der Flunder, zu einem Vlinderwunder …
Auf der Suche nach Tiefe am Grunde des Meeres fand
dein Verstand mich und hob mich ins Licht, mein dunkles
Flaschengrün ließt du an deinem Himmel ziehn und zeigtest
indem du dich zu mir neigtest – dass die Tiefe über mir war,
klar, und mir Himmel war, zu dem ich nicht aufschaute, weil
ich mich nicht raus traute – aus meiner Suche nach Sinn, tief
in mir drin, dabei ist in Gefühlen wie in Schlamm wühlen
dem kann man sich einverleiben und darin stecken bleiben.
Doch du hast mich gesehn und meintest, ich sei wunderschön.
Ich lachte und dachte, du würdest spinnen, doch was du sahst
war nie mein Außen, war mein Innen, das Singen meiner
Worte an virtuellem Orte - es sei, sage ich nun, mache mich frei
von dem Wissen, um zu fliegen ein Vogel sein zu müssen
und bin …: einfach - und so, wie du mich gesehn: Ja ich bin
vlinderflunderwunderschön
die mir Geschichten schrieb, in denen ich wahr wurde
und leicht, und ich, der Flunder, zu einem Vlinderwunder …
Auf der Suche nach Tiefe am Grunde des Meeres fand
dein Verstand mich und hob mich ins Licht, mein dunkles
Flaschengrün ließt du an deinem Himmel ziehn und zeigtest
indem du dich zu mir neigtest – dass die Tiefe über mir war,
klar, und mir Himmel war, zu dem ich nicht aufschaute, weil
ich mich nicht raus traute – aus meiner Suche nach Sinn, tief
in mir drin, dabei ist in Gefühlen wie in Schlamm wühlen
dem kann man sich einverleiben und darin stecken bleiben.
Doch du hast mich gesehn und meintest, ich sei wunderschön.
Ich lachte und dachte, du würdest spinnen, doch was du sahst
war nie mein Außen, war mein Innen, das Singen meiner
Worte an virtuellem Orte - es sei, sage ich nun, mache mich frei
von dem Wissen, um zu fliegen ein Vogel sein zu müssen
und bin …: einfach - und so, wie du mich gesehn: Ja ich bin
vlinderflunderwunderschön
Und auch, wenn du jetzt schweigst und dich nicht mehr zeigst
neigst du doch immerzu dich mir zu und das Schöne
das sich dir auftat in meinem Schreiben wird dir bleiben
und mir bleibt das Wissen kein anderer sein zu müssen
als der, der ich bin – mit deinem Namen in meinem Sinn.
neigst du doch immerzu dich mir zu und das Schöne
das sich dir auftat in meinem Schreiben wird dir bleiben
und mir bleibt das Wissen kein anderer sein zu müssen
als der, der ich bin – mit deinem Namen in meinem Sinn.
Ludwig Janssen © 24.12.2008
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