Lyrische Prosa, lyrische Klangwelten, Slamtexte, Piktolyrik, Lyrik - das Wort, Sphüngs, Zirkelschneck und andere freischwurbelnde Absonderlichkeiten, grenz-
und kopfüber ...
Mittwoch, 12. April 2023
Schmunzeln, ein Wort
Samstag, 8. April 2023
Klangschalen
Manches, das wundersam klingt, schlägt irgendwer es an, ist in seinem Inneren hohl und in seinem Äußeren hart.
Ludwig Janssen © 3.4.2023
Samstag, 10. Dezember 2022
Vom kleinen Zei
| Das kleine Zei ist stets dabei wenn es um Fragen geht kauert sich an deren Ende Lauert dort von früh bis spät (derweil die Welt sich weiterdreht) auf dass es etwas findet weil sich am Ende jeder Frage ein Ant zu Worten windet Kommt der Ante dann heraus packt ihn das Zei im Nacken kurz ist's, als quieke eine Maus bevor des Zeichens Kiefer knacken Ohne Antwort bleibt die Frage im Raume, steht darin und schwebt So bleibt auf ewig ungeklärt wovon ein Fragezeichen lebt |
Freitag, 15. Juli 2022
Gedanke zum Thema Wolken (und den Hirngespinsten darin)
Quantastisch doingdoingt meine Quarks - ein flumminantes Wort!
Ludwig Janssen © 18.9.2007
Samstag, 7. Mai 2022
tenuto
Ich habe:
ein Wort
Klangbild zugleich
mit Wind darin, gehauchtem,
genug, dass der Anfang trägt
Auf Gänsefüßchen
kommt es daher
schwingt schwanengleich
mit sechs Punkten Anlauf
sich dir und mir
aus harten, eckigen Klammern
in alle Sinne
Überschwang und Staunen
rollt weich
von der Zunge:
“…[Vogel]…“
Dienstag, 3. Mai 2022
... aus dem Nichts
Sonntag, 20. Juni 2021
som...
legte sich mit hellen stunden
schlaftrunken um mein müdes
sein trug alles dunkle in den haaren
goss es mit himmelblauem lächeln
auf meine brust und tief hinein
in das wissen um den winter, das
dort schlief und pochte, leise
klang ihr sommerhabagesang
Freitag, 23. Oktober 2020
Im Rechtschreibreformhaus
Aus einem Baum, der recht geschrieben fiel hier: ein wie - und dort: ein viel, wie vieles orthographisch neu: Spreu zu Spreu und Weizen, wieviel jeden Falls, in diesem: vor, fiel auseinander, entfiel, und ward doch arg vermisst: Ich habe es (geküsst).
Ludwig Janssen © 23. 10. 2020
Montag, 19. Oktober 2020
Nichts
Während das Nichts geschah, entstanden
ein Schiff, ein Strand, ein Hafen, dort
anzulanden in einem Wort, in einem fort
flog dort ein Mann mit seiner Insel, um
nichts anderes zu tun als mit den Wolken
zu ziehn und alles, auch der Himmel, wurde
grün, von all dem Sonnengelb, das sich
ins Blau des Malenden ergoss, während das
Nichts geschah und die Welt sich drehte.
Dienstag, 12. November 2019
Wortwahl. Strukturell dümmliches Nachplappern oder blanker Antisemitismus? Ein Pamphlet.
Die Wortwahl, das ist etwas, das wir, einen ausreichenden Wortschatz vorausgesetzt, haben. Und wer dann die Qual der Wahl hat, Autor oder Leser, ist offen.
Wie wir unsere Worte wählen, und welche wir wählen, das ist etwas, das Auskunft gibt über uns, über unsere Verfassung, die momentane sowie die verfassungsgebende innere Haltung. Über Rückgrat, über Haltungsschäden, über Boden- oder Käfighaltung. Die unserer Worte. Unserer Emotionen. Die schon mal ein Ei legen. Dann: Gackern.
Es gibt auch so etwas wie ein Wahlrecht. Wir haben nicht nur (wieder einen ausreichenden Wortschatz vorausgesetzt) freie Auswahl, wir sind sogar frei, die uns passenden Worte zu wählen um auszudrücken, was wir denken, von uns, von anderen – was wir reden oder schreiben, über uns, über andere.
So gesehen ist die Wortwahl etwas uns und andere Verortendes wie vielleicht die Wahl des Aufenthaltsortes, wie eine bestimmte Art sich zu kleiden: Man offenbart nicht nur, wo man sich aufhält, sondern auch die Grenzen, innerhalb derer man sich bewegt, Grenzen, die man anderen zuweist, Grenzen (schönen Gruß von Wittgenstein), die einem selbst auferlegt sind, Schranken, Einschränkung, Beschränkung, Beschränktheit. … die Beschränktheit meiner Welt. Hm, hätte er doch auch …
Es gibt Worte, die, wählt man sie aus und setzt sie ein, einem verwesenden Stück Fleisch gleich die Luft, den Raum eines Textes verpesten, die alles beherrschen, Worte, die jegliches Nachfragen erübrigen. Da gibt es ein Wort, das gleich ein ganzes Volk nicht nur in Frage stellt, sondern an den Pranger, es an den Platz zerrt, an dem der Abdecker es holen soll oder ein Arzt wie Mengele es herausschneiden. Ein Wort, das ein ganzes Volk ohne Ansehen des Einzelnen ins Meer stößt. Ein Wort, das im Vokabular der DDR-Offiziellen ebenso geläufig war wie in dem linker Gruppierungen des wiedervereinigten Deutschland, wie es ebenso geläufig dem Vokabular der Neoanazis, dem der Hamas, dem iranischer Hetzpropaganda ist:
… Nüscht …
Stattdessen:
[…]Was mich gestört hat, sind Textstellen wie diese:„Oba, Cam und Merki sind Bluffer ...
Wo ist eigentlich Hili Clinti,“
in denen du die sonst sachliche Sprachebene verlässt und einen umgangssprachlich-kumpelhaften Ton anschlägst. Das passt überhaupt nicht.
Ansonsten ist es ein Text, der Klartext spricht. Gut.[/Quote]
omg … da war noch eine sprachliche Ebene, die wesentlich grottiger ist.
[quote] […]WikiLeaks hat ja eindrucksvoll aufgezeigt wie sehr die USA im Irak um die Wahrung der Menschenrechte bemüht sind. Insofern gebe ich mich da keinen Illusionen mehr hin. In jedem Fall ein wichtiger und guter Text, […][/quote]
… und das zionistische Gebilde – geschluckt? Anstandslos.
[quote][…] Und gut formuliert ist dein Essay auch. Könnte genausogut ein Kolumnentext sein. […][/quote]
*kopfpatscht* „gut formuliert“ … auf welchem Auge blind, na … na?
[quote][…] Ich finde, du hast gut recherchiert und einen sehr nachdenkenswerten Text geschrieben.
Ganz liebe Grüße, […][/quote]
… wie wäre es dann mit ein wenig Nachdenken über die Formulierung „zionistisches Gebilde“ in diesem ach so sehr nachdenkenswerten Text?
[quote][…] doch erst durch deine genaue Recherche sehe ich die Zusammenhänge klar.
Verdienstvolle Arbeit, […][/quote]
Nun ja, wer hier pausbackig die Arbeit verdienstvoll preist, meint vielleicht den Essay, schließt jedoch zumindest in diese (hiermit fragwürdige) Auszeichnung die Diffamierung Israels als „zionistisches Gebilde“ billigend mit ein.
[quote][…] ich hätte nur einen kleinen Änderungsvorschlag, nenne es statt Text besser Essay, denn Dein Werk ist (mehr als) eine geistreiche Abhandlung. […][/Quote]
… und ein ganzes Volk (das israelische) dem Propaganda-Vokabular von Neonazis und terroristischen Vereinigungen preiszugeben war dann wohl besonders geistreich abgehandelt?
Tja.
Hm.
O … M … G
Musst du, fragte ich mich, dir das unbedingt antun, dir wieder den Zorn und die Häme solcher Kappesköppe auf den Buckel zu schreiben? Musst du, gerade du, der du dich kaum um Politik scherst, die Klappe aufreißen und von Antisemitismus und struktureller Dämlichkeit schreiben? Musst du, gerade du, der sich nicht scheut, anderen mit dem rhetorischen Florett vor der Nase herumzufuchteln oder den Gürtel ihrer Wortsäcke zu durchtrennen, an einem polemischen Säbel Anstoß nehmen? Gar eine Kolumne darüber schreiben und andere mahnen, auf die Wortwahl zu achten? Nein, auf ihre Wortwahl, die doch eine freie ist und von deiner so verschieden wie Sonne und Mond? Das fragte ich mich in der zurückliegenden Zeit, in der ich zur Sache nur eine kleine Satire vom Stapel ließ, die wenig ausrichtete und lediglich einen der üblichen Verdächtigen veranlasste, sein Beinchen daran zu verheben.
Nachtrag:
Das ist jetzt Jahre her.
Die Kolumne hing ab wie ein Fasan unter Vegetariern.
Tatsächlich fand keine Auseinandersetzung mit dem Gebrauch dieser menschenverachtenden Phrase statt. Der Text verschwand, als seine Autorin sich irgendwann später ab- und dann wieder anmeldete. Das Phänomen, dass niemand, auch nicht der Webmaster, unter besagtem Text und dessen schmalbrüstig billigenden Kommentaren Anstoß nahm, das Wort ergriff, ließ mich innerlich noch mehr Abstand von der sich schreibend kokonierenden Community nehmen, als die mit der Veränderung der Autorenschaft zunehmende Beliebigkeit und Verflachung der dort zu lesenden Texte es ohnehin schon bewirkt hatten.
Ich wurde sensitiviert für den Umstand, dass es innerhalb eines nur scheinbar geschlossenen Systems so etwas wie einen Konsens zu geächteten Wörtern gibt und dem Umgang mit ihnen. Da die intellektuelle Zusammensetzung einer sich Literaturforum brüstenden (bürstenden?) Community ein Fließgleichgewicht darstellt, verändert sich mit der Zusammensetzung der sich dort schreibend Veröffentlichenden der Pool geächteter Wörter, nicht jedoch besagter Konsens.
Samstag, 20. Oktober 2018
Hülsenfrüchte
Man findet sie, in Hülsen
gehüllt und auch als eben
solche guter Hoffnung
leben, wenn sie gehen ... hier
hin, dort hin
über gehend und auch Überall
Geschriebenem Inhalt
eines nach ihnen oder Luft
Schnappenden, Widerhall
tragen sie Frucht oder gehen
unter in Mengen.
Dienstag, 10. April 2018
Schlimme Sache
Mittwoch, 20. Dezember 2017
Finterwinder
Sonntag, 26. November 2017
Tagabe unterwegs
Rad, kam an in Sonnnd.
Blieb, eine blaue Stunde lang,
schwang dann erneut aufs
Rad sich, fuhr, wie gewohnt:
zum Mond!
Sonntag, 6. August 2017
woanders
streichle seine flanken so
anders als seinen bauch, salam
anders auch wo anders als
hier bei mir geht es ihm gut
Montag, 12. Juni 2017
... Punkt
Mittwoch, 3. Mai 2017
Imagination
Montag, 3. April 2017
sonnen summen schlafen
puppenauge
bleiche biene weich
im gewabe honiglabe
summsophiles propolis
nektarine transformate
königinnenreich
summse summse
pflegeeifer
pollen püppchen in gelee
sammler wibbeln sonnentanz
im gewimmel wächter
im gewummel drohnenbummel
um der weiselzellen warten
knospenharze deckelung
lindenblattlaus blütenschiss
kuhle muhle
puppenauge
weiche biene bleich
traum der jungen königin
kuhle muhle
hexagon
apis argonautensohn
Donnerstag, 16. März 2017
Wer ist pro Sa?
ich bin für sie da, die Sa, jedenfalls eingestellt und sie mag es am Stück, selbst Scheibchenweisen, und deren Waisen zieht sie behutsam die Umbrüche aus den kleinen Hintern und fügt sie. Zusammen. Darf sie das? Fragt sie das? Nach? Ach so, Sa, pro Sa zu sein ist Prosa, Prosamen, Prosamensch, rosa, Mensch, Rosa! Ek sall jej kussen! Daag! (verabschiedet sich Herr van Veen).
Montag, 6. März 2017
Aus einem Gedicht
gern deines, komm, lies
dies, laut: Ich wäre gerne
Du in meinem Geist, frei
singt es dein Lied.