Dienstag, 12. Juli 2016

Auf dem Rad in die Stadt

Mit freundlicher Genehmigung durch Rittiner&Gomez, Spiez, CH

Zunächst waren es Straßenlaternen, die das Dunkel zu zerteilen begannen, kühles, helles Licht über die Straße ausgossen. Dann der Fensterschein aus den Häusern, der sich warm in die Fensterrahmen gelegt hatte und über die Sträucher der Vorgärten auf den Bürgersteig reichte. Rollläden rasselten. Die ersten Schaufenster. Licht flutende Rechtecke. Das Dunkel lag zurückgezogen in Seitenstraßen und Winkeln. Der Verkehr wurde dichter. Scheinwerfer durchschnitten gleißend ruheloses Zwielicht, warfen Licht und Schatten an Häuserwände und nahmen sie mit sich. Die Bürgersteige belebten sich mit Menschen, die es eilig hatten.


Nicht mehr weit zur Fußgängerzone, nicht weit von zu Hause. Ratur machte Halt an einem Discounter. Etwas fürs Abendessen. Licht. Konsuminsel. Appetit anregende Aromen: Nimm! Nimm? Eine Wolke. Verwirrende Ordnung, vertraute Muster. Ratur ließ sich treiben. Vereinzelte Käufer schritten zielstrebig die Gänge ab und griffen sich bunte Versprechen aus der Vielfalt. Sie muteten an wie Schiffe, deren weiße Segel durch den Himmel schnitten, vor dem Bug schäumende Selbstverständlichkeit. Meer, selbst hier. Reizüberflutung, Flut, immerwährend, Ebbe – Möwenflug, fernes Fehlen, ein Fluchtpunkt. Etwas, das Ratur hinter dem Horizont wusste, noch weit hinter der Kasse mit dem müden Gesicht dahinter.

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