Samstag, 12. März 2011

Zur Biologie der Scheinwerfe

Die Scheinwerfe, ein Illuminekt aus der Klasse der Luzidellen, ist ein gar seltsames Tierchen.
Ihr Vorkommen beschränkt sich auf keinen bestimmten Siedlungsraum, sie ist polyglott, doch handelt es sich bei ihr um einen Kulturfolger, der dem Menschen aus dem Dunkel der Evolution bis in die Jetztzeit hinein – selbst in die entlegensten Gebiete folgte.

Die Biologie der Scheinwerfe wurde noch nicht vollständig ergründet. Sie sollen nachtaktiv sein, heißt es. Die Männchen halten sich gerne an mobilen Dingen, bevorzugt Mechanismen, bei Fußballstadien und an Arealen auf, die in irgendeiner Form begrenzt sind. Zur Paarungszeit hausen sie jedoch nicht in A-Realen, sondern in Ir-Realen, zu denen und in die sie in großen, unübersehbaren Wanderungen aufbrechen. Während dieser Wanderschaft ernähren sie sich von Kröten (Frühjahr), Igeln (Herbst) und Eichhörnchen (ganzjährig), die sie aussaugen und deren leere Hüllen sie an ihren Fraß- und Wanderstätten zurücklassen.

Die Weibchen der Schweinwerfe irren unbeleuchtet, also bar jeden Scheines „scheinbar“ durch die Nacht, und werfen mit Blicken um sich. Lange hielten Experten sie für eine eigene Art, die Blickwerfe, die sich parthenogenetisch fortpflanzt, bis endlich Licht in die Angelegenheit kam, woher und durch wen auch immer.Werfen werden, sobald sie sich tagsüber äußern, mit Sp-Innen verwechselt. Ein Umstand, den so mancher possierliche Krabbler mit seinem Leben bezahlte.

Tagsüber verharrt die Scheinwerfe in einer Art Starre, dem "Es". Das macht die genauere Ergründung der Biologie dieser Spezies eigentlich unmöglich. Es heißt, dass Scheinwerfe sich von den Hüllen ernähren, mit denen sie sich im Stadium des Es umgeben. Daher bleibt von diesen nicht einmal die kleinste knisternde Spur zurück, lediglich Spurlosung.

Scheinwerfe gibt es geflügelt (Hymenoptika, z.B. Hymenoptika elfendie spp.) und ungeflügelt (Arachnoluzidae): Eine stets ungeflügelte Unterart, die Einwerfe, haust in Briefkästen und ernährt sich von Liebesbriefen. Eine aussterbende Gattung der Werfen.

Nicht verwechseln darf man Werfe mit Wurfen. Diese leben zumeist unterirdisch, Werfe aber, insbesondere Scheinwerfe, leben oberirdisch. Vereinzelte Exemplare, die man in Bergwerken und Tunnelbaustellen antrifft, leben in symbiontischer Beziehung mit Fels- bzw. Kohlefraßen, das sind freilebende Maschinüllen der Lithosphäre.

Alles in Allem betrachtet handelt es sich bei Schweinwerfen um Tierchen, denen man mit luzider Aufmerksamkeit begegnen kann und darf. Sympathische Illuminekten, denen Besseres zusteht als zu Glitter verarbeitet in Schminke und Frauenhaar zu enden.
Sollte also jemals eine Schweinwerfe auf Sie zukrabbeln und zielstrebig Schutz suchen an Stellen, an denen das Dunkeln in Ihnen Raum greift, lassen Sie sie gewähren – vielleicht geht Ihnen dort oder an anderer Stelle ein Licht auf: das Leuchten der Scheinwerfe!

Ludwig Janssen © 25. 3. 2010

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