Samstag, 1. April 2017

Der Tod und die Katze


Der Tod liebt seine Katze
er trägt sie umher, unterm
Umhang verborgen schläft sie
in seiner Brust schnurrt aus
den Rippen schaut sie aus
großen Augen in die Welt

Fängt ihm die Mäuse weg
vom Gewissen die Seelen
aus Krankenhausfluren von
den Straßen aus Häusern und
Fluten, den schlechten und
guten Sterbenden aus der Brust

Tage, Stunden, Sekunden lang
wartet sie vor dem Mauseloch
noch kriegte sie jeden Schatten
ohne Not mit dem letzten Atem-
zug zu packen im Nacken, alt
oder jung, ein Sprung – Ratten

huschen aus denen, selbst die
keine hatten oder welche waren
hängen, schlaffe Säckchen, im
Maul der Katze, die Päckchen
legt sie ihm zu Füßen und du
durch sie lässt er dich von sich

grüßen, kann die Maus hören, die
sich in dir verkrochen hat, satt ist
er nicht, des Todes Katze, sie spielt
gewiss vor dem finalen Biss bringt
sie dein Mäuschen zum Schweigen:
Der Tod und die Katze sind Freunde


Ludwig Janssen © 26.8.2008

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