Dienstag, 14. Januar 2014

Zur Realität virtueller Welten

Stückwerk ist unser Erkennen.

Als ich begann, mein Schreiben auf Internetforen zu veröffentlichen, begegnete mir meinem Erkennen der häufige Trugschluss, die Welt dort sei eine virtuelle und dass die Welt der Schreiber, also die, in der die Ausdenker der Gedichte , Texte und somit die der meist mäßig talentierten Bregenträger stofflich präsent sind, die reale sei.
Das eigentliche Antonym der Virtualität ist nicht die Realität, sondern die Physis, also das Stoffliche. Auch dies: ein Behelf. Schließlich ist ein Gedanke, ist jede Vorstellung an stoffliche Träger und Vermittler gebunden.
Ist Virtualität omnipräsent, also allgegenwärtig? Auf jeden Fall ist sie im All dort gegenwärtig, wo Menschen anzutreffen sind und, mit jedem von ihnen präsent, das, was ihm wirklich ist und vorstellbar.
Was ihm wirklich ist ... Wirklichkeit und Virtualität scheinen mir Schwestern zu sein, Musen, von denen ein Mensch geküsst und besessen ist. Das, was auf uns wirkt, das, was aus uns heraus wirkt, ist Wirklichkeit und zugleich virtuell. Wir sind Gefangene unserer Sinne und deren Beschränktheit. Das gilt für den Menschen als solchen und jeden einzelnen insbesondere. Unsere Sinne stellen uns Wirklichkeit vor, inszenieren Wirklichkeit, die nichts anderes sein kann als Virtualität. Also das, was uns vorgestellt, vor die Sinne gestellt, über unsere Sinnesorgane vors (ins?) Hirn gestellt wird und somit unserm Vorstellungsvermögen zur Interpretation zur Verfügung gestellt.
Nehmen wir das Sehen, unseren der Häufigkeit der Inanspruchnahme nach wichtigsten Sinn: Was wir sehen, ist daran gebunden, dass Lichtteilchen die Rezeptoren in unseren Augen erreichen. Das muss außerdem in genügender Menge geschehen – eine Reizschwelle überschritten werden, denn das einzelne Photon an sich ist uns unsichtbar. Wir sind also, was diese Art der Wahrnehmung angeht, darauf angewiesen, dass von einer uns fernen Leuchtquelle Photonen sich entfernen, auf Gegenstände treffen und von diesen reflektiert werden, unsere Sinneszellen in genügender Menge treffen und von diesen und den ihnen nachgeschalteten Auswertungseinheiten interpretiert werden.
Was da auf uns wirkt, ist Virtualität, also Möglichkeit, denkbare Möglichkeit, ist Vorstellung – nicht Realität.
Und vermittelt wird es von etwas, dessen Ruhemasse gleich Null ist, das also in der Ruhe (also dann, wenn es mit dem Auftreffen auf unsere Sinne zur Ruhe kommt, nicht stofflich ist, nicht Materie, also nicht physisch, – Photonen.
Unsere in, und aus unserer Vielzahl als Menschen generierte Realität aus Realitäten ist Virtualität, und die ist für unser an unsere Physis gebundenes Erleben also bestimmender, als wir wahrhaben, als wir wahr haben wollen.
Ludwig Janssen © 14.1.2014

Kommentare:

Andreas Louis Seyerlein hat gesagt…

... das, lieber Ludwig, ist sehr interessant formuliert und gedacht. :-)

:Ludwig hat gesagt…

Danke schön, lieber Andreas. :)