Donnerstag, 14. Februar 2013

aus alten friedhöfen

in den rücken schleicht sich kühle
feuchte aus dem nassen kurz
rasierten rasens
die beine hoch und unters hemd -
rhododendren
wuchten eigenartig fremd
distanz, als müsse ordnung sein
wo frieden herrscht

nur diesen einen weg
den ging die zeit
dem menschen mit und ohne ihn
hinein und nicht hinaus
schweren schrittes
über platten
ewigkeit

doch wuchs den steinen moos
auf schritt und tritt
dem, der ‚selig, die den frieden…’ rief
(und jenen, die sich’s ausgerechnet hatten)
legte er die platten schief
der gang der dinge -
sonst ist hier nicht viel los

an lauten tagen
da fetzen rasenmäher
millimeter fünfundsiebzig hoch
dass wir im griff haben, was geschieht
bis wieder stille greift ins herz
dann (endlich) reift
die kühle luft den ohren
und reif der amsel lied

dass wir es pflücken:

ruhe herrscht nicht
die erde dreht sich
frieden ist unsortiert


Ludwig Janssen © 6.3.2005



Kommentare:

Katsenpoesie hat gesagt…

Toll! ♥

:Ludwig hat gesagt…

Danke schön! War mein erster Beitrag auf einem Slam (Alte Mälzerei Regensburg.