Samstag, 12. März 2011

Der Elfzweielf

Vom Kirchturm her flog er mir zu
die Uhr schlug schläfrig zwölf
da flirrte durch die Mitternacht
(vielleicht, weil ich an dich gedacht)
der kleine Elfzweielf

Setzte sich mir auf die Hand
sacht, das Equilibrium der Nacht
klang filigran aus dem Gefieder
wider, duftend, Brombeerlieder
(Ja, ich hab an dich gedacht)

Doch bröselte ein Fitzelchen
aus irgendeiner der Sekunden
Darin verflog der Elfzweielf
sich irgendwann um kurz nach zwölf
war mit einem Mal verschwunden

Um sich bei dir wieder
zu finden mit der Zeit, die bleibt
sich in Punkten löst und hält
der Welt Raum, hat er schon erzählt
dass ihm nur dieser eine bleibt?

Diesen Tag auf deiner Hand lang
hältst du sein elfzweielfnes Leben
voll brombeerfarbenen Gesangs
und mit dem Ende dessen Klangs
spürst du das Equilibrium – beben?

Ludwig Janssen© 11022011

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